Der Oerlikon-Konzern stiftet dem Fachbereich Physik der Frankfurter Goethe-Universität für fünf Jahre eine Nachwuchsprofessur für Terahertz-Photonik. Kooperationspartner ist das Ferdinand-Braun-Institut für Höchstfrequenztechnik in Berlin. Im Fokus sollen die Erforschung und Entwicklung neuer Quellen und Detektoren für Terahertzstrahlung und ihre möglichen industriellen Anwendungen stehen.
Terahertzstrahlen liegen im elektromagnetischen Spektrum zwischen Infrarot- und der Mikrowellenstrahlung. Vor allem für die Oberflächentechnik und Qualitätskontrolle könnte ihre technische Nutzung, die so genannte Terahertz-Photonik, eine Rolle spielen.
"Die Vereinbarung zwischen den Forschungseinrichtungen und Oerlikon ist ein wegweisendes Kooperationsmodell zwischen Wissenschaft und Industrie", sagt Uwe Krüger vom Oerlikon-Vorstand. "Wir bringen hier die Spitzenforschung zweier weltweit renommierter Institute zusammen." Unipräsident Rudolf Steinberg zeigte sich begeistert vom neuen Lehrstuhl: "Dass sich ausländische Stifter an der Goethe-Universität engagieren, ist bislang noch eine Seltenheit." Oerlikon unterstützt die Stiftungsprofessur mit 400.000 Euro. Das offizielle Berufungsverfahren wurde vergangene Woche gestartet.
"Erheblich gestärkt"
Terahertzstrahlen bewegen sich in einem Grenzbereich, den Hochfrequenz-Empfänger fast nicht mehr, optische Sensoren aber noch nicht abdecken. Sie durchdringen viele Materialien. Damit ist eine Vielfalt industrieller Anwendungen denkbar, etwa in der Oberflächenanalyse und Qualitätssicherung bei der Produktion von Solarpanels, Textilen und Kunststoffteilen oder bei der Durchleuchtung von Verpackungen. Aufgrund der Verwandtschaft mit dem Radar sind Anwendungen wie die dreidimensionale Bildgebung denkbar. Bislang stehen jedoch keine kompakten und kostengünstigen Sender mit ausreichender Ausgangsleistung zur Verfügung
Genau hier soll die "Goethe-Leibniz-Oerlikon-Nachwuchsprofessur für THz-Photonik" - so der offizielle Titel - ansetzen. Am Physikalischen Institut wird sie im Umfeld der Arbeitsgruppe "Ultrakurzzeitspektroskopie und Terahertz-Physik", des Professors Hartmut Roskos angesiedelt sein. "Wir werden wir durch die Stiftungsprofessur erheblich gestärkt", freut sich Roskos.

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