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30. Oktober 2014

Totschlag in Limburg: Rassistisches Motiv für Bluttat?

 Von Alina Leimbach
Im schlimmsten Fall kann Rassismus Leben auslöschen.  Foto: dpa

In Limburg ist ein Mann aus Ruanda totgeschlagen worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in alle Richtungen. Derweil forderte die Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte das Land Hessen auf, nun eine aktive Antidiskriminierungsstrategie aufzulegen.

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Auch wenn das Tatmotiv zurzeit noch offen ist. Die Polizei will im Fall des in Limburg totgeprügelten 55-jährigen Mannes aus Ruanda möglichen rassistischen Motiven entschieden nachgehen. Man habe aus den Fehlern des NSU-Skandals gelernt.

Die Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte (AGAH) zeigte sich über den Verdachtsfall bestürzt, lobte aber den Schritt. Sie fordert das Land Hessen auf, nun eine aktive Antidiskriminierungsstrategie aufzulegen. Die mutmaßlichen Täter, von denen mindestens zwei aus dem Obdachlosenmilieu zu stammen scheinen, schweigen indes weiterhin.

„Mit der Einrichtung der Sonderkommission wollen wir Transparenz im Fall schaffen und offensiv mit der Möglichkeit umgehen, dass es bei der Tat ein fremdenfeindliches Motiv gegeben haben könnte“, teilte Manuel Jung, stellvertretender Pressesprecher und Staatsanwalt bei der Polizei Limburg, am gestrigen Abend der FR mit. Angesichts der NSU-Pannen müsse man diese Möglichkeit heute von vornherein ernst nehmen, auch wenn sich ein solcher Verdacht im Endeffekt nicht bestätige.

Lob für die Polizei

Enis Gülegen, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte in Hessen, lobte die schnelle Einrichtung der Kommission. Gleichzeitig betonte der Verband, dass der Fall zeige, wie dringend es in Hessen einer aktiven politischen Antidiskriminierungs- und Antirassismusstrategie bedürfe. „Wir erwarten, dass das Land jetzt entschieden handelt und dafür auch richtig Geld in die Hand nimmt“, sagte Gülegen. Es sei entsetzlich, wenn im Land Hessen noch immer Menschen wegen ihrer Herkunft umgebracht würden.

Der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft betonte in diesem Zusammenhang, dass obwohl einige Medien zurzeit stark in Richtung eines rassistischen Tatmotivs spekulierten, es noch immer nicht klar sei, ob die Tat einen politischen Hintergrund habe. „Es kann sein, dass die Täter zwar fremdenfeindlich eingestellt sind, aber dass die Tat aus einem Streit erwuchs oder im Rausch geschah, ohne dass Gesinnungen im Spiel waren.“

Haftbefehl ist erlassen

Zurzeit würden die Hintergründe der drei deutschen Männer im Alter von 22 bis 43 geprüft. Etwa die Hälfte der eingerichteten Sonderkommission sei alleine für diesen Zweck abgestellt. Obwohl bekannt sei, dass das Trio bereits strafrechtlich aufgefallen sei, könne man momentan noch keine Rückschlüsse aus den alten Delikten ziehen. Da man erst am Mittwoch die Sonderkommission gebildet habe, dauere es einige Zeit, bis die deutschlandweit verstreuten Akten vorlägen.

Gegen die mutmaßlichen Täter ist Haftbefehl erlassen worden, sie befinden sich in Untersuchungshaft. Zwei von ihnen scheinen mit dem Opfer gemeinsam in einem Wohnprojekt der Stadt Limburg gelebt zu haben. Der dritte Tatverdächtige sei aus der Nachbarschaft. Nähere Angaben zu dem Opfer und den Tätern wollte Jung aus Ermittlungsgründen nicht machen. Mit ersten Ermittlungsergebnissen sei in ein bis zwei Wochen zu rechnen.

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