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04. August 2012

Trinkwasser: Prüfen gegen Legionellen

Experten beantworten Fragen unserer Leser zu alten Bleirohren, Kalk und Keimbelastung im Trinkwasser.

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Fragen rund ums Trinkwasser haben Kerstin Voigt vom Frankfurter Gesundheitsamt und Peter Paul Thoma, Obermeister der Innung Sanitär Heizung Klima in Frankfurt, bei unserer Telefonaktion beantwortet. Im Zentrum stand die neue Trinkwasserverordnung.

Warum schmeckt mein Trinkwasser in Frankfurt nach Chlor?

Das Frankfurter Wasser kommt aus verschiedenen Regionen. Manches wird ständig gechlort, anderes sicherheitshalber, etwa nach Starkregen. Auf der Homepage von Mainova steht, wo Ihr Wasser herkommt und ob es gechlort wird.

Ist sehr kalkhaltiges Wasser auf Dauer gesundheitsschädlich?

Nein. Hartes Wasser schadet Haushaltsgeräten, aber nicht der Gesundheit.

Wie erfahre ich, ob in meinem Haus Bleirohre liegen?

Fragen Sie erst einmal Ihren Vermieter. Bei Blei gibt es Grenzwerte. Ob die überschritten sind, klärt das Gesundheitsamt, nachdem es Proben genommen hat. Sanitär-Fachbetriebe überprüfen Installationen auf Schwachstellen und können feststellen, ob und wo sich Bleirohre befinden.

Müssen alle Hausbesitzer ihre Wasseranlagen auf Legionellen überprüfen lassen?

Die neue Trinkwasserverordnung verpflichtet Eigentümer von Mehrfamilienhäusern zu jährlichen Überprüfungen. Das gilt für Warmwasserspeicher mit mehr als 400 Litern Inhalt oder eine Warmwasserleitung mit mehr als drei Litern Inhalt zwischen Trinkwassererwärmer und Zapfstelle. Auch hier helfen die Sanitärfachbetrieb weiter.

Und was ist mit meinem Zweifamilienhaus?

Das ist von der Pflicht ausgenommen. Das gilt auch für vom Eigentümer selbst genutzte Gebäude. Gleichwohl empfiehlt sich eine Legionellenüberprüfung.

Ich habe ein Einfamilienhaus, ins Nebengebäude führt eine Zirkulationsleitung. Ist die gefährdet, was Legionellen betrifft?

Nicht, wenn die Wassertemperatur mindestens 55 Grad Celsius beträgt. Letzte Sicherheit bietet aber nur eine Untersuchung.

Mein Gästebad wird kaum genutzt. Reicht es, jeden Monat den Wasserhahn aufzudrehen?

Selten genutzte Hähne sollten regelmäßig gespült werden. Sie sollten dabei eine normale Nutzung simulieren.

Ich schalte in meinem Neubau die Wasserzirkulation nur nach Bedarf ein, um Energie zu sparen. Ist das ein Problem?

Warmes stagnierendes Wasser begünstigt Legionellenwachstum. Ihre Anlage wird nicht nach den allgemeinen Regeln der Trinkwasserinstallation und Trinkwasserverordnung genutzt. Ich empfehle eine baldige Probeentnahme.

Gilt die Trinkwasserverordnung auch für Kaltwasser?

Legionellen können sich in Kaltwasserleitungen vermehren, wenn diese schlecht isoliert sind und direkt neben Warmwasserleitungen liegen. Das kommt bei Altbauten häufig vor. Außerdem bezieht sich die Verordnung auf viele weitere Parameter, die vor allem für Kaltwasser relevant sind.

Wie oft muss ich meinen 160-Liter-Warmwasserspeicher warten lassen?

Je nach Härte des Wassers sollte er alle drei bis fünf Jahre entkalkt und gereinigt werden.

Die Firma, die meine Heizkostenabrechnung macht, bietet mir an, mein Wasser zu beproben. Ist das seriös?

Zur Untersuchung sind nur Probennehmer berechtigt, die in ein akkreditiertes Labor eingebunden sind und an einer speziellen Schulung teilgenommen haben. Die Liste hessischer Untersuchungsstellen ist auf der Homepage der Landesregierung zu finden: www.hessen.de, Suchwort Trinkwasseruntersuchung. Das Frankfurter Gesundheitsamt informiert unter Telefonnummer 21238971 oder www.frankfurt.de/trinkwasserverordnung2011; die Sanitärinnung unter www.shk-frankfurt.de oder Telefon 97172890.

Ein Labor will einen Dauerauftrag für eine jährliche Untersuchung mit mir abschließen.

Wie raten davon ab. Eine Novellierung der Trinkwasserverordnung ist im Gespräch, unter anderem wird die Verlängerung der Untersuchungsintervalle von ein auf drei Jahre diskutiert.

Was kostet der Einbau der Ventile zur Probeentnahme?

Je nach Aufwand rund 200 Euro. Die Ventile an Warmwasserleitung sowie Zirkulation sollten möglichst nah am Warmwasserspeicher installiert, gut erreichbar und vor Schmutz geschützt sein.

Zusammengefasst von Jutta Rippegather

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