Das Bier ist schon ausverkauft, bevor die Vorstellung beginnt. "Zwei Flaschen Bionade sind noch da", tönt es über Mikro durchs Audimax. Bier oder Bionade - egal. Die Stimmung ist ausgelassen, der Hörsaal der Technischen Universität Darmstadt brechend voll. Viele haben sich ohnehin selbst versorgt. Kuchentabletts stehen auf den kleinen Tischen, Chipstüten kreisen. Partystimmung vor der großen Premiere. Fast 800 Studenten sind gekommen, um den Film "13 Semester" zu sehen - eine Komödie über das Unileben und Moritz, einen Studenten der Wirtschaftsmathematik, gedreht an der TU Darmstadt und in Frankfurt.
Bundesstart des Films im Verleih des 20th Century Fox ist der 7. Januar. Am Montagabend wurde der Streifen erstmals außerhalb von Filmfestivals gezeigt - vor einem großen und "ganz wichtigen Publikum", wie Drehbuchautor Oliver Ziegenbalg betont. Vor den Studenten, an deren Uni der Film spielt und die teilweise am Dreh mitgewirkt haben. "Das ist eine besondere Vorstellung. Die Leinwand wird zum Spiegel", sagt Ziegenbalg. Und Regisseur Frieder Wittich gibt zu: "Ich bin total aufgeregt."
13 Semester, Bundesstart 7.1.2010., Darmstadt-Premiere:15.12., Cinemax
Studenten als Komparsen
Das sind Jennifer Thiel und Andrea Peter auch. Sie haben als Komparsinnen mitgespielt. "Da hinten haben wir gesessen, in der ersten Szene im Audimax", erzählen die Studentinnen. "Mal schauen, ob wir zu sehen sind." Banknachbar Christian Taylor studiert selbst im 13. Semester Wirtschaftsmathe. "Der Film handelt eigentlich von mir", scherzt er.
"13 Semester" ist eine Komödie über die typischen Wirrungen des Studilebens: Über Lernfrust und Kommilitonen auf der Überholspur, über Vordiplom-Stress, Hygiene-Chaos in der Männer-WG, Blaumachen, wilde Partys und Liebeskummer. "Wir wollten alle Phasen zeigen, die Hauptdarsteller Momo erlebt", sagt Ziegenbalg. Und die der 37-Jährige im Übrigen so auch erfahren hat als Wirtschaftsmathe-Student, allerdings in Karlsruhe. Es soll "eine Komödie sein mit Dramaeinlagen. Komisch, aber nicht flach", so Wittichs Anspruch.
Es ist der erste Film des 35-jährigen Regisseurs und er ist gelungen: Die Studenten im Audimax sind begeistert. Sie applaudieren, pfeifen, lachen. Hauptakteur Momo, wunderbar gespielt von Max Riemelt, und seine Erlebnisse sind authentisch. Der Film lebt von witzigen Sprüchen, vom Slapstick, ohne auf Klamauk zu machen. Und er lebt davon, dass die Zuschauer die Drehorte kennen. Der Saal tobt, wenn Momo die Fensterchen in der Universitäts- und Landesbibliothek öffnet, um Bücher auf den Schlosshof fallen zu lassen, die er gar nicht ausleihen darf. Oder wenn er doch viel lieber blau macht, um am Badesee Woog Kerstin, seine Angebetete, anzuschmachten.
"Wir haben lange nach dem geeigneten Drehort gesucht. Es sollte eine Stadt sein, in der das Studentenleben eine zentrale Rolle spielt, und Darmstadt war einfach perfekt", sagen Ziegenbalg und Wittich. 35 Tage haben sie im Frühjahr 2008 in der Stadt und in Frankfurt gefilmt. Ihre Nervosität vor der Audimax-Premiere erweist sich übrigens als grundlos: Tosender Applaus erwartet sie, als sie zum Abspann auf die Bühne klettern, um Fragen zu beantworten. Wittich ist gerührt: "Das war eine bombige Vorstellung."

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