Eigentlich setzt Frank Junker die Maximen für die Umgestaltung des Niederräder Mainfelds deutlich: Das Quartier mischen, und doch niemanden vertreiben wollen, das hebt der Chef der städtischen Wohnungsgesellschaft hervor, wenn er auf den geplanten Umbau der Siedlung am Mainufer aus den 70er Jahren zu sprechen kommt.
Doch schlagen die Sozialdemokraten zur Sitzung des Stadtparlaments am Donnerstag, 12. November, von 16 Uhr an im Römer Alarm: Da die Menschen, die jetzt bereits im Mainfeld wohnten, unbedingt dort bleiben wollten, begründet Fraktionschef Klaus Oesterling seine Initiative, müsse die Stadtregierung allein über Investitionen in die Substanz der in die Höhe wachsenden Mehrfamilienhäuser nachdenken. Jede Option für einen auch nur teilweisen Abriss der in die Jahre gekommenen Siedlung verbiete sich.
Dagegen setzt die schwarz-grüne Regierung gemeinsam mit den Freidemokraten auf ein städtebauliches Konzept, um das Quartier zu sanieren. Dafür listet die Koalition in ihrem Auftrag an den Magistrat Kriterien auf, an denen sich die städtischen Planer und die Sanierer der Wohnungsbaugesellschaft ABG unbedingt zu orientieren hätten. So bedürfe das Mainfeld "einer ausgewogenen Bewohnerstruktur", müssten die Zuschnitte der Wohnungen "heutigen Anforderungen entsprechen". Gleichzeitig sollten die Bauten nach der Sanierung "einen hohen energetischen Standard haben", am besten zu Passivhäusern umgebaut sein.
Recht auf Rückkehr
Die Koalitionäre wollen den Magistrat darauf verpflichten, dass die für die Zeit der Erneuerung ausgesiedelten Bewohner des Mainfelds anschließend zurückkehren können, wenn sie dies wollten. Es komme auch darauf an, die Zahl der Sozialwohnungen in dem Niederräder Quartier nicht zu verkleinern. Sollte es wegen der angestrebten Neumischung dennoch einen Verlust geben, müssten neue Sozialwohnungen als Ausgleich an anderer Stelle geschaffen werden.
Ähnlich wie auch die Sozialdemokraten greifen Schwarze, Grüne und Gelbe das Problem auf, dass die Bewohner der Siedlung wegen der vorgesehenen Sanierung verunsichert sind. Deswegen müsse der Magistrat für "vertrauensbildende Maßnahmen" sorgen. Dazu gehöre die Schaffung einer dritten Hausmeisterstelle und die Verbesserung der Reparaturdienste. Aus dem Mainfeld gelte es ein Modellprojekt zu machen, das sich als "ein Beitrag zur wünschenswerten Reparatur des Stadtbildes" verstehen lasse.

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