Unterm Titel Hackedicht betreibt die Landesärtzekammer Hessen Aufklärung, um Eltern, Kindern und Jugendlichen an Schulen den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu lehren. Nach Erfahrung der Mediziner hat etwa jedes zweite Kind mit elf, zwölf Jahren bereits erste Erfahrungen mit Alkohol gemacht. Und dies, obwohl das Jugendschutzgesetz den Verkauf jeglichen Alkohols an Kinder unter 16 Jahren verbietet.
Gelegenheiten, ganz "legal" an Alkohol zu gelangen, bieten sich häufig, warnen Ärzte: Ein Probeschluck auf der Familienfeier oder abends beim Fernsehen, Alkopops oder Bierflaschen, die ein älterer Freund aus der Clique zur Party mitbringt.
Probeschluck auf Familienfeier
Verbote helfen wenig, raten die Ärzte bei Hackedicht, ließen sie den Alkohol nur noch reizvoller erscheinen: als leicht verfügbare Droge, die dabei hilft, Problemen oder der Gleichförmigkeit des Alltags zu entrinnen. Damit Jugendliche lernen, verantwortungsvoll mit Alkohol umzugehen, sollten Eltern vielmehr versuchen zu verstehen, warum sich Jugendliche zum Alkohol verleiten lassen, sollten Verständnis zeigen und Information anbieten.
Eltern müssten verstehen, dass Identitätsfindung und Loslösung vom Elternhaus im Jugendalter wesentlich seien und für viele Jugendliche Alkohol dabei eine wichtige Rolle spiele. "Weil sie neugierig sind", lehren die Ärzte von Hackedicht. Oder weil Jugendliche Grenzen austesten wollten, weil sie dazugehören wollten. Auch Langeweile, Hemmungen, Enttäuschungen, schulisches Versagen oder andere Probleme ließen sie zum Alkohol greifen. In solchen Fällen sollten Eltern ihren Kindern darlegen wie gefährlich Alkohol ist. Sollten darlegen, dass Kindern und Jugendlichen schneller eine Alkoholvergiftung droht, weil das Enzym für den Alkoholabbau noch nicht in ausreichender Menge vorhanden ist und der Alkoholgehalt im Blut durch das geringere Gewicht bei Jugendliche schneller steigt als bei Erwachsenen.
Früher Alkoholkonsum ist zudem gefährlich, weil sich das lernende Gehirn frühzeitig merkt, dass sich Probleme und Stress mit Alkohol scheinbar besser bewältigen lassen, warnen die Ärzte. Binnen weniger Monate können Jugendliche deshalb auch alkoholabhängig werden. Eltern könnten ihre Kinder aber auch aus kosmetischen Gründen vor Alkohol warnen. Da er ihren im Wachstum befindlichen Körper krank mache und ihn schneller altern lasse.
Vor allem aber sollten Erwachsene ihren Kindern klar machen, was Alkohol mit ihrem Bewusstsein anstellt, sagen die Mediziner. Klarmachen, dass man nicht mehr klar denken kann, anders als sonst reagiert, dass man leichtsinnig oder auch aggressiv werden kann.
Und nicht zuletzt gelte es, auf das Jugendschutzgesetz hinzuweisen, das der Gesetzgeber gerade wegen der Gefährlichkeit der flüssigen Droge klar regelt: kein Alkohol unter 16 Jahren. Wer noch keine 16 ist, darf keinen Alkohol kaufen oder konsumieren. Unter 18 ist "harter" Alkohol strikt verboten. Wer 16 oder 17 Jahre alt ist, darf Bier, Wein und Sekt kaufen, Schnaps, Alkopops oder Lebensmittel mit Branntwein gibt es aber erst ab 18. (FR)www.laekh.de

Die Stadt und Region auf einen Blick: unsere neue Übersichtsseite für Frankfurt und Rhein-Main - das Pflicht-Lesezeichen für alle Hessen.
Berichte aus Bad Homburg, Hochtaunus | Bad Vilbel, Wetterau | Darmstadt | Frankfurt | Kreis Groß Gerau | Hanau, Main-Kinzig | Main-Taunus | Mainz | Offenbach | Kreis Offenbach | Wiesbaden.
Facebook | Twitter überregional | Google+
Sehen Sie auch die Ergebnisse nach Stadtteilen als Grafik-Fotostrecke. Außerdem zeigen wir die Top- und Flop-Ergebnisse von Peter Feldmann und Boris Rhein nach Stadtteilen und noch detaillierter nach Wahlbezirken. Alles Weitere im Wahl-Spezial.
Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten gleichermaßen: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten. Das Spezial.