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15. Juli 2013

Umstrittener Bushido-Song: Hahn fordert Aufstand gegen Bushido

Hessens Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn.  Foto: dpa

Der neue Song von Rapper Bushido sorgt weiter für Empörung. Hessens Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn fordert in einem Interview, dem Musiker seinen Bambi-Preis für Integration aus dem Jahr 2011 wieder wegzunehmen. Zudem wünscht er sich einen "Aufruhr der Anständigen" gegen den Rapper.

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Mit seinem heftig umstrittenen Gewaltsong «Stress ohne Grund» hat sich Sänger Bushido zwar ins Rampenlicht gerappt, er hat allerdings auch Politiker aller Parteien auf die Barrikaden gebracht. Weil er in seinem aktuellen Musikvideo darüber fantasiert, deutsche Politiker zu ermorden, haben Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und der FDP-Politiker Serkan Tören Strafanzeige gestellt. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien untersucht, ob das Lied auf den Index gesetzt wird. Und Hessens Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) sieht Bushidos Anrecht auf den Titel eines Bambi-Preisträgers verwirkt.

Der Burda-Verlag sei ein Risiko eingegangen, als der Skandalmusiker 2011 den Bambi-Preis für Integration erhielt, sagte Hahn (FDP) dem Nachrichtenportal «hr-online». «Ein so renommierter Verlag wie Burda darf sich deshalb nicht einfach wegducken, sondern sollte die Verantwortung übernehmen», forderte der Minister. Gerade im Integrationsbereich gebe es viele Vereine, Persönlichkeiten und Institutionen, die täglich für ein Miteinander arbeiteten. «Eine Geste in diese Richtung wäre von Burda sicherlich nicht falsch», wird der FDP-Politiker zitiert.

Index-Anträge gegen CD

Hahn rief wegen Bushidos schwulenfeindlicher Passagen, Tötungs- und Gewaltfantasien zur Gegenwehr auf: «Ich möchte einen Aufruhr der Anständigen haben», sagte er Hit Radio FFH. Bushido wolle mit seinem Text nicht nur Geld verdienen, sondern auch Politik machen. «Das ist ungehörig und das darf man nicht!», ärgerte sich Hahn.

Berlins Regierender Bürgermeister Wowereit sieht sich wegen des Inhalts des im Internet verbreiteten Videos zu rechtlichen Schritten bewogen, sagte der stellvertretende Senatssprecher Bernhard Schodrowski. Zum konkreten Tatvorwurf äußerte er sich nicht. Nach dpa-Informationen geht es unter anderem um Beleidigung. Neben Wowereit werden auch FDP-Politiker Tören, Comedian Oliver Pocher und Grünen-Chefin Claudia Roth namentlich genannt und beleidigt.

Nach Angaben der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien sind am Montag Index-Anträge gegen die CD und gegen das im Internet noch einsehbare Video eingegangen. Über die Indizierung entscheidet ein ehrenamtliches Gremium, sagte die Vorsitzende der Einrichtung, Elke Monssen-Engberding. Zuvor hat die Plattenfirma eine mehrtägige Frist zur Stellungnahme. Es könne daher rund eine Woche dauern, bis das Lied auf dem Index stehe.

Gesperrt werden beispielsweise Lieder, die zu Gewaltverbrechen aufrufen oder Menschen wegen ihres Geschlechts oder der sexuellen Neigung diskriminieren. Drei Alben des Berliner Rappers stehen bereits auf dem Index. (dpa)

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