Wenn man am Karl-Gerold-Platz gleich an der Ecke der Textorstraße zur Brückenstraße hin steht, wenn man dann seinen Blick die moderne Fassade des alten Straßenbahndepots entlang schweifen lässt und wenn man dann den Schriftzug "Frankfurter Rundschau" über dem Eingang zum Foyer liest, dann spürt man recht bald: Es bricht eine neue Zeit an. Eine Zeit, in der eine in Frankfurt wie im gesamten Rhein-Main-Gebiet fest verankerte Tageszeitung noch näher an die Menschen rückt, sich als Teil dieser Stadtgesellschaft präsentiert und mit der Architektur ihres Domizils deutlich macht: Wir sind diejenigen, die Transparenz schaffen und Zusammenhänge erklären.
Jeden Tag, immer wieder. Von einer Redaktion aus, der es nie an Zugängen zu dieser Stadt gemangelt hat. Die jetzt aber die Chance nutzt, noch tiefer in die Schichten der Metropole zu dringen, um frühzeitig zu beschreiben, wohin das ständige Rumoren in dem massigen Körper dieser Stadt führen kann. Einer Stadt, in der sich nunmal früher als anderswo spüren lässt, was sich entwickelt, wohin die Reise geht. Eine Stadt, die ständig wächst, die sich als steter Bezugspunkt der Menschen erweist, die unaufhörlich in Bewegung scheinen.
Eine Stadt, eine Region, eine Zeitung. Das eine lässt sich nicht ohne das andere denken, geschweige denn verstehen. Beim ersten Stadtgespräch der FR im Foyer des Depots Sachsenhausen vorige Woche ließ sich das gleich spüren: Es ging um Albert Speers Thesen zur Entwicklung der Bürgerstadt im 21. Jahrhundert. Anderthalb Stunden folgte das Publikum mit großer Aufmerksamkeit dem, was der Stadtplaner selbst, aber auch seine Co-Autoren Klaus Ring und Roland Kaehlbrandt, die Bildungsexperten von der "Polytechnischen", dazu zu sagen hatten, wie man sich die Zukunft dieser Stadt vorstellen kann: Als einem sozialstaatlich verfassten Gemeinwesen, das multikulturell orientiert ist, sich der Welt öffnet und ein Zusammenleben so organisiert, dass keine Generation sich zu kurz gekommen fühlen muss. Nach langen Augenblicken großer Gespanntheit wollte das Publikum plötzlich nicht länger Publikum sein: Es wollte mitreden, Speer kritisieren, dem Stadtplaner Anregungen geben.
Es hat gut daran getan. Weil es den Augenblick nutzte, in dem sich eine Diskussionsrunde zu einem Forum entwickelte. In einem Sinne, an dem auch Sokrates, der Geburtshelfer des Gedankens, seine Freude gehabt hätte. In der neuen Zeit aber heißen diese Hebammen guter Ideen anders.

Die Stadt und Region auf einen Blick: unsere neue Übersichtsseite für Frankfurt und Rhein-Main - das Pflicht-Lesezeichen für alle Hessen.
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