"Die Trümmer lagen in alle Himmelsrichtungen verstreut“, erinnerte sich Andreas Beese am Mittwoch an die Szenerie. Eine solche Unfallstelle wie am Dienstag an der B8 bei Kelkheim hat auch der Sprecher der Polizei im Main-Taunus-Kreis bisher noch nicht häufig zu sehen bekommen.
Zwei Mitarbeiter der Mercedes-Niederlassung Frankfurt waren mit einem McLaren Mercedes SLR Sportwagen unterwegs, der zuvor in der Werkstatt repariert worden war. Dabei waren sie gegen 10.30 Uhr mit hoher Geschwindigkeit, so die Polizei, von der Straße abgekommen, über die Leitplanke abgehoben und eine zwölf Meter tiefe Böschung heruntergestürzt. Beide wurden aus dem Wagen herausgeschleudert und starben noch an der Unfallstelle. Nach vorläufigen Erkenntnissen waren beide Insassen angeschnallt. „Bei dem einen Opfer war das zu noch sehen“, berichtete Beese. Bei der Wucht des Aufpralls sei es möglich, dass selbst angeschnallte Personen aus dem Auto katapultiert würden. Der Sachschaden beträgt nach Polizeiangaben 250.000 Euro.
Bei den Opfern handelt es sich um einen 32 Jahre alten Monteur und einen wenige Jahre älteren Kollegen. Beide sind nach Angaben des Frankfurter Niederlassungsleiters Burkhard Wagner erfahrene und umsichtige Mitarbeiter gewesen, die mit der Technik und dem Umgang mit dem Sportwagen vertraut gewesen seien. „Das waren sehr bedachte Mitarbeiter, deren Tod uns schockiert und uns sehr traurig macht.“ Die Beiden hätten sich auf einer üblichen und genehmigten Probefahrt befunden. „Das waren keine Testfahrer“, widersprach Wagner kursierenden Gerüchten.
Bei solch leistungsstarken Autos – 626 PS, 334 Kilometer in der Stunde schnell – sei es üblich, zwei Leute mitfahren zu lassen. „Einer konzentriert sich auf das Fahren, der andere horcht in die Technik hinein, beide sollen sich auch gegenseitig kontrollieren“, erklärte Wagner. Für Probefahrten mit Kundenfahrzeugen gebe es klare Regeln. Zu Details, ob etwa die Höchstgeschwindigkeit geregelt sei, wollte sich Wagner mit Verweis auf die Ermittlungen nicht äußern.
Keine Angaben machte die Polizei zur Geschwindigkeit zum Unfallzeitpunkt. Die Untersuchungen der Ermittlungsbehörden und eines Sachverständigen liefen noch, sagte Beese.
Zu schnell können die beiden Werkstattmitarbeiter aber gar nicht gefahren sein – denn auf dem betreffenden Streckenabschnitt, der B8 zwischen der Abfahrt Liederbach/Bad Soden und der Abfahrt Kelkheim/Königstein, gibt es keine Geschwindigkeitsbegrenzung.

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