kalaydo.de Anzeigen

Uni Besetzer: Solidarität von Wien bis Sao Paulo

Besetzer der Goethe-Uni haben weltweit 278 Unterstützer hinter sich. In einer auf deutsch und englisch verfassten Erklärung "missbilligen" sie den vom Präsidium veranlassten Polizeieinsatz. Von Astrid Ludwig und Frank Schuster

Das besetzte Casino wird zum Dauerstreit.
Das besetzte Casino wird zum Dauerstreit.
Foto: FR/Arnold

Die Liste ist lang und die Unterzeichner sind international. Professoren der University Toronto stehen darauf, der University of Cambridge, der Uni Wien oder aus Berkeley in Kalifornien. Dozenten aus Neapel sind dabei, aus Quebec, Edinburgh, New York, Sao Paulo, Berlin oder Bremen. Die polizeiliche Räumung des besetzten Casinos der Frankfurter Goethe-Universität schlägt weltweit Wellen. 278 Professoren und Lehrende der Goethe-Universität, aber auch von Hochschulen in ganz Deutschland, Europa und Nord- und Südamerika solidarisieren sich mit den protestierenden Studenten auf dem Campus Westend.

In einer auf deutsch und englisch verfassten Erklärung "missbilligen" sie den vom Präsidium veranlassten Polizeieinsatz. Uni-Präsident Werner Müller-Estler hatte das von Studenten und Dozenten im Bildungsstreik besetzte Gebäude in der vergangenen Woche räumen lassen, weil Wände und Kunstwerke beschmiert worden waren. Fünf Studenten wurden dabei verletzt. Die Sachbeschädigungen, urteilen die Unterzeichner, rechtfertigten nicht "die gewaltsame Auflösung von selbstorganisierten Lehrveranstaltungen von Studenten und Lehrenden durch ein Polizeikommando". Die Räumung stelle einen "nicht akzeptablen Eingriff" in die Freiheit von Forschung und Lehre dar.

Die ausschließliche Fokussierung auf Vandalismus diene "der Deligitimierung und Kriminalisierung des Protests" und lenke von den Inhalten ab. Das Präsidium habe sich dem notwendigen Diskurs entzogen. Die Dozenten fordern die sofortige Einstellung strafrechtlicher Verfolgung. Die Mehrheit der Besetzer habe die Sachbeschädigung nicht unterstützt, heißt es.

Protest legitimiert

Auch die Jugend der Gewerkschaft Verdi und der Deutsche Gewerkschaftsbund solidarisieren sich mit den Studenten. "Der Protest ist legitimer Ausdruck einer wachsenden Sorge um die eigene Zukunft", sagt Verdi-Landesjugendsekretär Alexander Klein.

Hessens Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) verteidigte indes das Vorgehen von Unipräsident und der Polizei. "Wir sind dem Unipräsidenten dankbar. Zerstörung und Besetzung sind völlig unakzeptable Mittel", sagte sie in einer Aktuellen Stunde am Donnerstag im Wiesbadener Landtag. "Wir haben Verständnis für den Protest, aber kein Verständnis für Vandalismus", so der CDU-Landtagsabgeordnete Peter Beuth.

Anders sahen das die Oppositionsfraktionen SPD, Grüne und Linke. "Die CDU nimmt bemalte Wände zum Vorwand, um den Protest zu kriminalisieren", sagte Janine Wissler (Linke). Statt sich mit den Argumenten und Forderungen der Studierenden auseinanderzusetzen, habe man geräumt. Die Linke hat einen Antrag eingebracht, der den Innenminister auffordert, Bericht über den Polizeieinsatz zu geben.

Autor:  Astrid Ludwig und Frank Schuster
Datum:  11 | 12 | 2009
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Regionale Startseite
Ressort

Von Wiesbaden über Frankfurt bis Hanau - Die Stadt und die Region auf einen Blick


Nachrichten aus der Region

Anzeige

 
Spezial

Die heiße Phase naht: Termine, Reportagen, Bilder - vom Kinderfasching bis zur Prunksitzung.

Fastnacht in Rhein-Main
Das Frankfurter Prinzenpaar Marcus I. und Ingrid II.
Frankfurter Fastnacht 
        

In den Clubs könnte die Schwester  auffallen.
Fasching in Mainz 
Rednerschule: Karl Oertl bringt Fastnachtern bei, wie man eine Büttenrede hält. In der Bütt: Patrick Fiederer
Fassenacht in Frankfurt 

Anzeige

Spezial
Beschäftigte des Druckmaschinen-Herstellers Manroland demonstrieren vor der Allianz-Niederlassung in Frankfurt. Allianz und MAN haben dem angeschlagenen Konzern den Geldhahn zugedreht.

Offenbach bangt um einen großen Arbeitgeber: Die Krise beim insolventen Druckmaschinen-Hersteller Manroland.

Social Media
Unser Twitter-Ticker für Frankfurt und Rhein-Main.

 

Facebook | Twitter überregional | Google+
Was bedeutet das hier? FR@Social Media!

Anzeige

Spezial
Wer zieht im März in den Römer ein?

Wer folgt Petra Roth? Mitte März wählt Frankfurt einen neuen OB. Alles über die Kandidaten im Spezial.

OB-Wahl in Frankfurt
        

Rechnet mit einer Stichwahl: Ursula Fechter.
FAG-Kandidatin Fechter 
Das zentrale Themenplakat der Piraten (für ganzes Bild bitte klicken).
Piraten in Frankfurt 
OB-Bewerber Oliver Maria Schmitt setzt sich für ein nichtraucherfreies Frankfurt ein.
OB-Wahl Frankfurt 
        

Ganz großes grünes Kino: OB-Kandidatin  Heilig und der Berliner Fraktionsvorsitzende  Trittin in der Harmonie.
OB-Wahlkampf bei den Grünen 
Boris Rhein hat auf Facebook einen falschen Freund abgekriegt: einem stadtbekannten Rechtsextremen aus Maintal.
Frankfurter OB-Wahlkampf im Internet 
Altenhilfe der FR

Spendenkonten, Bankverbindung, Online-spenden und Informationen zu Spendenquittungen.

Spezial

Mit gutem Gewissen investieren und gleichzeitig Geld verdienen? Die FR schaut, wie erfolgreich Firmen und Fonds dabei sind.

Spezial

Der Ausbau des Flughafens ist in der Region heftig umstritten. Die FR-Serie informiert über die Landebahn.

Fotostrecke 1. Derpart Familien-Reise-Tag

Staumelder

Staumelder 86 Staus mit einer Gesamtlänge von 273km
Zu den Staumeldungen
Meistgeklickt
Mohamadou Idrissou: Noch reicht die Kraft nicht für 90 Minuten, vielleicht reicht sie aber für Fortuna Düsseldorf?
Eintracht gegen Fortuna 
Moderator Günther Jauch.
Günther Jauch 
Gegen seine alten Kollegen in der Startelf: Bamba Anderson.
Eintracht gegen Fortuna 
Ohne Draht zum Volk: Adolf Sauerland.
Kommentar zu Sauerland 
Marktplatz

"Wir wünschen uns einen großen Garten um unser Frühlingsglück zu genießen." Über 25.000 Bauplatz- und 6.000 Baugebiet-Angeboten.