Zuerst war von einem "Killer-Virus" die Rede, längst aber hat es Entwarnung gegeben. Das Virus H1N1, das die Schweinegrippe auslöst, ist nicht gefährlicher als andere Grippe-Viren. An Tempo aber hat die Schweinegrippe nichts eingebüßt. Und deshalb ist nach wie vor Wachsamkeit angesagt. Am Universitätsklinikum müssen jetzt alle Ärzte und Pflegekräfte einen Mundschutz tragen.
Der gilt neben regelmäßigem Händewaschen als sicherster Schutz, um sich das leicht übertragbare Virus nicht doch noch einzufangen. Der Mundnasenschutz sei zwar ein in unseren Breitengraden ungewohnter Anblick, der auch oft ein gewisses Unbehagen auslöst, räumt das Klinikum ein, dennoch sollen die Masken zunächst bis zum 10. August getragen werden, um die dann gemachten Erfahrungen zu bewerten.
In Frankfurt ist das Risiko zurzeit relativ gering, sich mit dem neuen Influenzavirus A/H1N1 zu infizieren. Allerdings muss in den nächsten Wochen damit gerechnet werden, dass auch bei hier die Anzahl von Erkrankten weiter ansteigen wird. In den meisten Fällen verläuft die Erkrankung sehr mild.
Schwere Verläufe sind vor allem bei Personen mit chronischen Leiden beobachtet worden, wie Asthma bronchiale, Herz-Kreislauferkrankung oder extremes Übergewicht. Auch schwangere Frauen sind gefährdet.
Symptome: ·Fieber ·Halsschmerzen ·Husten und/oder Atemnot ·Kopf- und Gliederschmerzen ·seltener auch Durchfall und/oder Erbrechen Übertragung
Influenzaviren werden vor allem durch Tröpfcheninfektion übertragen. Insbesondere beim Niesen oder Husten freigesetzte Viren können auch über die Hände weiterverbreitet werden. Für den Einzelnen empfiehlt sich daher zum Schutz vor der neuen Influenza weiterhin die konsequente Beachtung von Hygieneregeln (Händewasche, Niesen mit vorgehaltener Hand, ect.) - insbesondere bei Kontakt zu Reiserückkehrern und bei Menschenansammlungen, etwa in Schulen oder Ferienlagern.
Schutz vor Ansteckung ·Halten Sie sich fern von Personen mit akuten Atemwegserkrankungen ·Verzichten Sie auf den üblichen Händedruck und andere körperliche Kontakte bei der Begrüßung ·Waschen Sie sich häufiger als gewöhnlich die Hände mit Wasser und Seife ·Lüften Sie regelmäßig alle Räume, in denen Sie sich aufhalten
Was tun, wenn Symptomen erkennbar sind? Melden Sie sich unverzüglich telefonisch bei Ihrem Hausarzt oder außerhalb der Sprechzeiten in einer der Notfallambulanzen. Die Notaufnahmen der Kliniken stehen nur bei schwerer Erkrankung als erste Ansprechpartner zur Verfügung.
Wenn die Diagnose einer Grippe gestellt ist: ·Vermeiden Sie unnötige körperliche Kontakte zu anderen Menschen, insbesondere zu Personen mit erhöhtem Risiko (Schwangere, kleine Kinder, Menschen mit chronischen Erkrankungen) ·Bei unvermeidbaren Kontakten tragen Sie bitte einen chirurgischen Mund-Nasenschutz (z.B. aus der Apotheke) ·Halten Sie sich auch zu Hause nach Möglichkeit in einem getrennten Raum auf ·Benutzen Sie beim Husten, Niesen und Schnäuzen Papiertaschentücher und entsorgen Sie diese nach einmaligem Gebrauch Maßnahmen des öffentlichen Gesundheitsdienstes
Nach den Vorgaben des Robert Koch-Institutes sollten an der neuen Grippe Erkrankte auch weiterhin - bevorzugt in der eigenen Wohnung - für sieben Tage in dem Sinne isoliert werden, dass sie die Kontakte zu anderen Haushaltsmitgliedern einschränken.
Ein wirksamer Impfstoff gegen die neue Influenza steht derzeit noch nicht zur Verfügung, ist aber in Entwicklung. Aktuelle Informationen sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen sind auch abrufbar: Robert-Koch-Institut
Der Leiter der Virologie, Professor Hans Wilhelm Doerr erklärte, man solle die Maßnahme mehr als eine Art Übung betrachten. Schließlich gebe es noch andere ansteckende Krankheiten, bei denen das Tragen eines Mundschutzes sinnvoll sein könne. Seit April bis Ende Juli wurden im Universitätsklinikum 336 Patienten mit grippeähnlichen Symptomen behandelt. Bei 59 von ihnen wurde das Schweinegrippen-Virus durch einen Nasen-Rachenabstrich nachgewiesen. In den meisten Fälle waren die Patienten zwischen 10 und 40 Jahren alt. Alle wurden schnell wieder gesund.
Doerr rechnet mit einer Zunahme der Fälle, bedingt durch infizierte Urlauber, die jetzt zurückkehren. Von einem "akuten Notstand" möchte der Virologe aber keinesfalls sprechen. Im Sommer sei eine Grippe leichter wegzustecken als im Winter. Und künftig sei man dann immun.

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