Marburg. Die Studierendenvertretung der Marburger Philipps-Universität hat die geplante Verwendung der Lehr-Sondermittel zur Aufrechterhaltung des regulären Studienangebot kritisiert.
Die Sondermittel in Höhe von sechs Millionen Euro sollten nach dem "Gesetz zur Sicherstellung von Chancengleichheit an hessischen Hochschulen" ausschließlich der Verbesserung von Studium und Lehre dienen, sagte Studentenvertreter Juko Marc Lucas. Die Lehr-Sondermittel ersetzen die im Juni 2008 von der rot-grün-roten Landtagsmehrheit abgeschafften Studiengebühren.
In der Kommission für die Verteilung dieser Lehr-Sondermittel sei jedoch klargeworden, dass die Philipps-Universität so stark unter den wiederholten Mittelkürzungen leidet, dass eben diese Gelder herangezogen werden müssen. "Wir sehen, dass es nicht anders geht", erläuterte Lucas. Gleichwohl dürften die Sondermittel nicht dazu verwendet werden, den normalen Lehrbetrieb zu finanzieren.
"Sonst gerät die Zuweisung von Lehr-Sondermitteln zur Verbesserung der Lehre zur Makulatur", betonte Studentenvertreterin Laura Mohr.
An den Anträgen für das laufende Wintersemester lasse sich die desolate Lage gut ablesen. So habe ein Fachbereich beantragt, 35 Jahre alte Laborstühle zu ersetzen sowie Mikroskope, Pipetten und andere Laborgeräte anzuschaffen. Der Umzug einer Bibliothek soll finanziert werden. Eine ohnehin benötigte Software zur Evaluation der Lehre soll ebenfalls aus den Sondermitteln bezahlt werden.
Eine Einrichtung der Uni will zwei Mitarbeiter für den Betrieb einer Online-Lehrplattform einstellen, die ein unverzichtbarer Bestandteil jedes Studiums sei. In einigen Fällen seien schon Mittel bewilligt worden, mit denen reguläre Lehraufträge finanziert wurden, sagte Lukas. Die meisten Entscheidungen sollen in der nächsten Kommissionssitzung am 18. Dezember getroffen werden. (ddp-hes)

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