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19. Januar 2012

Vergifteter Zettel: Giftanschlag? Verletzte in Regionalbahn

 Von  und 
Alarm am Frankfurter Hauptbahnhof.  Foto: dpa

Was ist in der Regionalbahn 15344 zwischen Heidelberg, Darmstadt und Frankfurt passiert? Ein Unbekannter drückt Reisenden einen Zettel in die Hand, auf dem "vergiftet" oder "infiziert" steht. Darauf bekommen vier Fahrgäste gesundheitliche Probleme. Mittlerweile ist der Mann identifiziert.

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Was ist in der Regionalbahn 15344 zwischen Heidelberg, Darmstadt und Frankfurt passiert? Ein Unbekannter drückt Reisenden einen Zettel in die Hand, auf dem "vergiftet" oder "infiziert" steht. Darauf bekommen vier Fahrgäste gesundheitliche Probleme. Mittlerweile ist der Mann identifiziert.

Frankfurt a.M./Langen –  

Schreck für Pendler in der Regionalbahn 15344 zwischen Heidelberg, Darmstadt und Frankfurt: Ein Unbekannter verteilt am Donnerstag Morgen einen seltsamen Zettel.

Danach klagen vier Reisende über Beschwerden, wie ein Sprecher der Frankfurter Polizei berichtet. Manchen ist einfach nur übel, andere spüren ein Kribbeln. Sogar von Taubheitsgefühlen in den Händen wird berichtet.

Was hier genau geschehen ist und was die Hintergründe sind, ist noch völlig offen.

Die Beschwerden treten jedenfalls in der Höhe von Darmstadt auf. Die Verletzten steigen am Bahnhof Langen aus. Das Deutsche Rote Kreuz hat dort ein Zelt als Dekontaminationsplatz aufgebaut, um die Betroffenen zu empfangen. Später werden sie im Krankenhaus in Hanau untersucht - aber ohne Befund: „Wir haben schlicht und ergreifend nichts“, sagt die Polizei.

Regionalbahn fährt weiter nach Frankfurt

Die Reisenden seien aus dem Krankenhaus entlassen worden. Auch die Feuerwehr ist in Langen vor Ort sowie Helfer mit Atemschutz und gelben Ganzkörper-Anzügen.

Die Regionalbahn, die in Heidelberg um 6.25 Uhr startete und Darmstadt um 7.30 Uhr passierte, setzt ihre Fahrt zum Frankfurter Hauptbahnhof fort. Dort ziehen sich Feuerwehrleute orangefarbene Schutzanzüge an, setzen Atemmasken auf, laufen schnellen Schrittes zum Zug. Polizisten sperren den Bahnsteig mit Flatterband ab. Reisende stehen mit besorgter Miene in der Bahnhofshalle. „Was ist denn hier passiert?“, lautet die am häufigsten gestellte Frage im Frankfurter Hauptbahnhof.

Die Reisenden verlassen die Waggons, ohne untersucht zu werden. Dann übernimmt die Polizei das Kommando. Sie sperrt Gleis 13 und die beiden benachbarten Bahnsteige. Zu groß ist die Sorge, der Täter könnte irgendein Gift in einem der fünf Wagen versprüht haben.

Feuerwehrleute inspizierten schließlich den gesamten Zug. Wie die Polizei mitteilt, stellen die Retter keine ungewöhnlichen Stoffe fest. Die Gleise werden daraufhin wieder frei gegeben. Der Zug fährt aufs Vorfeld des Hauptbahnhofs, wo er noch genauer untersucht wird – allerdings wiederum ohne Ergebnis.

Nächste Seite: Die Polizei fahndet mit einer Täterbeschreibung nach dem Zettel-Verteiler in der Regionalbahn.

Die Polizei leitet eine Fahndung nach dem Täter ein. Doch die Suche gestaltet sich schwierig. Niemand weiß, wo der Mann ausgestiegen ist. In Betracht kommen die Bahnhöfe in Darmstadt und in Langen sowie der Frankfurter Hauptbahnhof. Anhand des übergebenen Zettels ermitteln die Beamten am späten Nachmittag schließlich einen 25-jährigen Mannheimer und suchen ihn in seiner Wohnung auf.

Nach Angaben der Polizei erklärt er die Übergabe des Zettels damit, „den Eindruck gehabt zu haben, die Mitreisenden würden seine Hilfe benötigen“. Er wird daraufhin wieder auf freien Fuß gesetzt.

Der Einsatz im Hauptbahnhof führt nach Aussagen der Deutschen Bahn zu keinen Verzögerungen. Der Zettel wird vom Landeskriminalamt untersucht. Eine Bestätigung, dass er Zettel mit Gift behandelt wurde, kann die Polizei noch nicht geben. Zur besseren Koordinierung sei ein Einsatzstab gegründet worden. Wie es bei den Reisenden durch Halten eines Zettels zu den Symptomen kommen konnte, bleibt unklar. (mit dpa/dapd)

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