Rhein-Main und Hessen
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09. März 2012

Vermisste Jugendliche: Sozialarbeiterin: Ausreißen hat viele Gründe

Nicht immer muss gleich nach den Jugendlichen gefahndet werden. Foto: ddp

Wenn Jugendliche nicht nach Hause kommen, kann das viele Gründe haben. Nadja Pavel vom Wiesbadener Sozialamt erläutert, was in welchem Fall zu tun ist.

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Wiesbaden –  

Stress in der Schule, Ärger mit den Eltern oder kein Bock auf Daheim: Jugendliche Ausreißer haben nach Ansicht einer Sozialarbeiterin verschiedene Gründe für ihre Trips. Im Vergleich zu früher litten junge Leute heute vor allem unter Leistungsdruck: „Ich glaube, dass heute das Anforderungsprofil an Kinder und Jugendliche höher ist“, sagte Nadja Pavel vom Wiesbadener Sozialamt der Nachrichtenagentur dpa. Vor 30 Jahren hätten Jugendliche eher wegen altbackener Normen Reißaus genommen.
In der Pubertät testeten junge Menschen öfter ihre Grenzen aus. „Sie versuchen, sich Freiräume zu schaffen.“ Gestritten werde mit Eltern oft über die Zeiten zum Ausgehen, Freunde oder Alkohol. „Das ist für mich eher so ein bisschen jugendtypisch“, meinte die Sozialpädagogin.

Flucht vor der Familie

Lebten junge Leute aber länger auf der Straße, habe das gravierendere Gründe. „Das sind Multiproblemlagen, wo ganz viel im Argen liegt“, erklärte Pavel. Dazu zählten zum Beispiel wenig Zuwendung von den Eltern, Drogen- und Alkoholsucht oder Wertekonflikte in Migrantenfamilien.
Tauchen Jugendliche nicht zu Hause auf, rät Pavel zunächst zum Anruf bei Freunden. „Die Kumpels aus der Klasse, die gute Freundin: Die nehmen an Wichtigkeit zu.“ Hält sich der Sprössling tatsächlich bei Bekannten auf, könne auch mal Nachgeben helfen. „Dann ist es - glaube ich - noch mal ein Stück weit etwas anderes, als darauf zu beharren: „Du kommst jetzt nach Hause!““, sagte die Sozialarbeiterin. Im Notfall gelte aber bei Ausreißern: „Wenn man nicht fündig wird, macht man sich umso größere Sorgen. Und dann führt in der Regel der Weg zur Polizeidienststelle.“ (dpa)

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