Viernheim/Heidelberg. "Militärischer Sicherheitsbereich" und "Vorsicht Schusswaffengebrauch" steht auf dem Schild, das deutsche Feldjäger vor dem Sperrgebiet mitten im Wald in der Nähe von Viernheim aufgestellt haben. Dahinter befindet sich die Absturzstelle, an der am Mittwochabend die Besatzung eines US-Militärhubschraubers ums Leben gekommen ist.
Die drei Leichen sind abtransportiert, einzelne Wrackteile sind vom Rand des eigens eingerichteten militärischen Sperrgebietes noch zu sehen. Die Ursache für den Absturz ist noch unklar. Und auch zu der Frage, woher die Piloten auf ihrem Übungsflug genau kamen, macht der Sprecher der US-Army, Daniel Meyers, keine Angaben.
Die Namen der drei getöteten Soldaten, die am US-Heereshauptquartier in Europa mit Sitz in Heidelberg stationiert sein sollen, werden nach Angaben der US-Army aus Rücksicht auf die Angehörigen noch nicht veröffentlicht. Meyers will auch noch nicht sagen, welches Geschlecht die Opfer hatten und aus welchem Bundesstaat in den USA sie stammten.
Klar sei, dass am Mittwochabend nahe der Autobahn 67 zwischen dem Viernheimer Dreieck und der Anschlussstelle Lorsch in einem Waldstück der Helikopter abstürzte und in Flammen aufging. Wenige Kilometer vom Absturzort entfernt befindet sich in Mannheim eine Hubschrauberwerft der US-Streitkräfte. Dorthin sei die Besatzung unterwegs gewesen, sagt Meyers. Waffen hätten sich nicht an Bord befunden.
Während hinter dem Pressesprecher mehrere deutsche Feldjäger den Eingang zum Sperrgebiet überwachen, sind am Wrack selbst mehrere Uniformierte der US-Armee zu beobachten, die unter einer Plane Wrackteile untersuchen. Deutsche Ermittler sind nicht dabei, wie Meyers sagt. Zwar - und auf diese Feststellung legt die US-Army Wert - wurde die militärische Sperrzone nicht von der US-Armee eingerichtet, sondern von der Bundeswehr, doch um die Untersuchung kümmern sich die Amerikaner selbst.
Zur Absturzursache lägen noch keine Erkenntnisse vor. "Zurzeit wäre alles, was wir dazu veröffentlichen, reine Spekulation. Die Untersuchungen könnten noch mehrere Tage dauern", sagt der Army-Sprecher. Zur Verstärkung der Ermittler ist ein Expertenteam der US-Army aus Fort Rucker im Bundesstaat Alabama auf dem Weg nach Deutschland. Wie Ferdinand Derigs von der Polizeipräsidium Südhessen sagt: "Wir haben mit dem Fall nichts mehr zu tun".
Meyers berichtet, dass es bei dem Übungsflug um die Aus- beziehungsweise Weiterbildung der Piloten gegangen sei. Die Wrackteile und der Unglücksort selbst müssten noch untersucht werden. "Es ist wie bei einem Puzzle, bei dem wir jedes Einzelteil genau untersuchen müssen um am Ende zu einer Auflösung zu gelangen", sagt er. Insofern sei es auch nicht verwunderlich, dass es noch Unklarheiten gebe. Etwa ob die Piloten kurz vor dem Absturz im Wald noch einen Notruf absetzen konnten, sei noch nicht bekannt. (ddp)

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