kalaydo.de Anzeigen

Virtuelle Ungleichheit

Bildung entscheidet, wer im Internet mitmischt - und wer außen vor bleibt

Verbindungskabel zur Welt: Der Netzwerkstecker.
Verbindungskabel zur Welt: Der Netzwerkstecker.
Foto: dpa

Der moderne Mensch existiert doppelt: Einmal als 3D-Exemplar aus Fleisch und Blut. Und einmal virtuell als Profil in sozialen Netzwerken wie Facebook, als Treffer-Ausbeute bei Google, in den Kundendateien von Amazon oder der Bahn, als Suchender in Job-Portalen und als Nickname für den Einkauf bei Ebay. Doch wer sich nicht oft einloggt, womöglich keine schnelle Verbindung besitzt, kann nicht nur nicht Teil dieser Parallelwelt sein - sondern bleibt auch im echten Leben immer häufiger außen vor.

Internetkonsum hat viel mit Bildung zu tun und ist zunehmend essentiell für gesellschaftliche Teilhabe: Mit diesem Zusammenhang beschäftigt sich am 18. und 19. März ein Kongress für Medien- und Kommunikationssoziologen auf dem Campus Westend der Frankfurter Goethe-Universität. "Medien durchdringen unseren Alltag immer mehr. Damit werden wir von ihnen aber auch immer abhängiger", sagt der Soziologe Christian Stegbauer, der die Tagung organisiert. Das bedeute aber auch, dass der Zugang zu Informationen und die Fähigkeit, mit ihnen umzugehen, wichtiger würden. "Wie sich Unterschiede in der Nutzung von Medien herstellen, das wollen wir an diesen beiden Tagen untersuchen." 60 Wissenschaftler aus Deutschland und den angrenzenden Ländern wollen unter anderem die Frage erörtern, wie Ungleichheiten in der Gesellschaft durch unterschiedliche Internet-Gewohnheiten entstehen und welche Konsequenzen das hat.

Was Studien bereits in den 80er Jahren für den Fernsehkonsum nachgewiesen haben, lässt sich offenbar auf das Internet übertragen: Eher bildungsferne Menschen nutzen Sendungen zur Entspannung und Unterhaltung, die tendenziell Gebildeteren eher zur Information.

Wie Menschen Medien nutzten, das hänge aber nicht nur von Bildung, sondern auch vom Einkommen, der Schicht, dem Geschlecht, der Generation und dem Milieu ab, so Stegbauer. Andererseits habe der Umgang mit dem Internet Konsequenzen für die Bildung. Für manche wird das zum Teufelskreis. Wer mit Internet-Suchmaschinen nicht vertraut ist, der hat schon in der Schule Nachteile, wenn ein Referat ansteht. Und wer arbeitslos ist und den Umgang mit Online-Jobbörsen oder dem Business-Netzwerk Xing nicht beherrscht, kommt schnell ins Hintertreffen.

"Ungleichheitsdimensionen finden sich auf jeder Ebene des Medienkontakts, so etwa auch bei der aktiven Teilnahme in sozialen Netzwerken wie Facebook und StudiVZ", sagt Stegbauer. Viele Informationen seien heute außerhalb des Internets nur schwer zugänglich, und von Kunden werde in immer mehr Bereichen eine Mitarbeit verlangt, um überhaupt an bestimmte Dinge und Dienstleistungen zu kommen - und wenn es nur eine Bahnfahrkarte in die Nachbarstadt sei.

Hierzu sei aber nicht nur der Internetzugang notwendig, sondern auch die Fertigkeit, mit der Technik umzugehen. "Doch je mehr sich solcherlei Mitarbeit ins Internet verlagert, umso weniger wird es möglich sein, in Zukunft ohne dieses Medium auszukommen", sagt Stegbauer.

Autor:  Anne Lemhöfer
Datum:  10 | 3 | 2010
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Twitter im Landtag
 

Nachrichten aus Frankfurt und Rhein-Main

Anzeige

Social Media
Unser Twitter-Ticker für Frankfurt und Rhein-Main.

 

Facebook | Twitter überregional | Google+
Was bedeutet das hier? FR@Social Media!

Anzeige

 

OB-Stichwahl in Frankfurt
Wahlergebnis Sehen Sie auch die Ergebnisse nach Stadtteilen als Grafik-Fotostrecke. Außerdem zeigen wir die Top- und Flop-Ergebnisse von Peter Feldmann und Boris Rhein nach Stadtteilen und noch detaillierter nach Wahlbezirken. Alles Weitere im Wahl-Spezial.
Frage des Tages: Welches Thema sollte der neue OB Peter Feldmann zuerst angehen?

Peter Feldmann wird Frankfurts neuer Oberbürgermeister. Welches Thema sollte der Sozialdemokrat in seinem neuen Amt als erstes angehen?

OB-Wahl in Frankfurt
So freuen sich Oberbürgermeister: Petra Roth (CDU) und Peter Feldmann (SPD), letzterer mit der Hand in der Hosentasche, ein Fauxpas.
Machtkampf nach OB-Wahl in Frankfurt 
        

Zählt die Tage bis zum Amtsantritt: Peter Feldmann.
Neuer Oberbürgermeister Frankfurt 
Der neue Oberbürgermeister Peter Feldmann bringt ein neues Team mit.
Nach der OB-Wahl in Frankfurt 
Prinz Asfa-Wossen Asserate.
Nach der OB-Wahl in Frankfurt 
So freuen sich Oberbürgermeister: Petra Roth (CDU) und Peter Feldmann (SPD), letzterer mit der Hand in der Hosentasche, ein Fauxpas.
Nach der OB-Wahl in Frankfurt 
Spezial: Frankfurt Flughafen

Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten gleichermaßen: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten. Das Spezial.


Spezial: Der Flughafen wächst weiter
Manche Menschen freuen sich über den Klang von Glocken, andere fühlen sich gestört. (Symbolbild)
Fluglärm in Frankfurt 
        

Für diejenigen Menschen, die unter dem Fluglärm leiden, ist Frankfurt bei weitem nicht „grün“ genug.
Fluglärm in Frankfurt 
        

Wohnen in der Region: Lärm, aber noch kein Schallschutz.
Schleppende Antragsbearbeitung 
        

Nach Sonnenuntergang sollen auch die Flieger unten bleiben.
Nachtflugverbot 

Anzeige

Staumelder

Staumelder 38 Staus mit einer Gesamtlänge von 107km
Zu den Staumeldungen
Spezial

Auch dieses Jahr dürfte beim Schulwechsel der Sturm auf die Gymnasien ungebrochen anhalten. Doch welche Schulen passen eigentlich zu welchen Kindern? Die FR bietet einen Überblick.

Glosse
        

Da steht sie auf ihrem Brunnen in der Klappergasse.

Jeden Tag gibt's nun eine kurze Glosse zu unglaublichen Geschichten aus dem Frankfurter Alltag zu lesen.

 

Anzeige

 
Frankfurter Stadtteil-Porträts
Fragt man in Frankfurt die Leute, was denn die Hauptwache sei, bekommt man viele Antworten. Die einen haben einen Platz vor Augen, andere verwechseln die Hauptwache mit der Zeil. Wieder andere gehen davon aus, mit der Verabredung sei das Café Hauptwache gemeint. Oder auch die Standuhr dahinter.
Frankfurter Innenstadt 
..die Villa Meister. Das prachtvolle und heute denkmalgeschützte Gebäude hatte Herbert von Meister,der  Sohn von Carl Friedrich Wilhelm Meister, einem der Begründer der Farbwerke Hoechst, im Jahr 1902 erworben.
Frankfurt-Sindlingen 
        

Schon schön: Ein Blick in     die Grillparzerstraße im Dichterviertel.
Frankfurt-Dornbusch 
Auf den fruchtbaren Äckern im Frankfurter Norden wird immer noch Landwirtschaft betrieben. Und manch ein Erzeuger vermarktet seine Produkte immer noch selbst.
Frankfurt-Nieder-Eschbach 
Weblog

Seit vielen, vielen Jahren ist "kit" Eishockey-Berichterstatter. Im Blog berichtet er über die Löwen Frankfurt - "in your face".