Recht ohne Staat
Mit dem Prozess der Entstaatlichung beschäftigt sich eine Ringvorlesung des Frankfurter Exzellenzcluster an der Goethe-Universität. In fünf Vorträgen widmet sich die Veranstaltungsreihe dem Thema "Recht ohne Staat? Zur Normativität nichtstaatlicher Rechtsetzung". Die Reihe, die am morgigen Mittwoch, 21. Oktober, beginnt, ist offen für alle Interessierten.
Alle Vorträge. beginnen um 18 Uhr im Hörsaalzentrum Raum 3 auf dem Uni-Campus Westend. Weitere Infos finden sich im Internet unter www.normativeorders.net/ringvorlesung.
Das komplette Programm steht im Internet unter www.uni-frankfurt.de/fb/fb03/global-south.
Hintergrund der Vorlesungen ist die schrittweise Aufgabe eines staatlichen Monopols von Recht, die Experten in jüngster Zeit beobachten. Dabei handele es sich keineswegs um ein neues Phänomen. Aus historischer Perspektive sei ein Recht ohne Staat eher die Regel als die Ausnahme. In der Reihe soll dabei der Frage nach den Wechselwirkungen zwischen staatlicher Gewalt und nichtstaatlicher Rechtssetzung nachgegangen werden: Entwickelt sich das Recht im Zeitalter der Globalisierung unabhängig von staatlicher Einflussnahme? Schaffen sich globale Systeme wie die Wirtschaft ihre eigene rechtlichen Strukturen? Und wie weit reicht die demokratische Gesetzgebung heute noch?
Die Ringvorlesung beginnt mit dem Vortrag von Klaus Dieter Wolf von der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung. Wolf wird über das Thema "Unternehmen als Normunternehmer. Die Einbindung privater Akteure in grenzüberschreitende politische Steuerungsprozesse" referieren. (bos)
Afrikas Chancen
Romantisierung einerseits und Afro-Pessimismus anderseits. Noch immer sind ein großer Teil der öffentlichen Debatten über Afrika in Deutschland von den beiden Polen charakterisiert. Damit es nicht bei den festen Standpunkten bleibt, hat die Goethe-Universität die Ringvorlesung "Afrika in Entwicklung - Entwicklung in Afrika" initiiert.
Los geht es am heutigen Dienstag, 20. Oktober, um 18 Uhr, im Hörsaal H am Campus Bockenheim. Der Eintritt ist kostenlos. Experten aus Wissenschaft, Politik und Entwicklungspraxis diskutieren dazu an insgesamt acht Terminen. Thematisiert werden die Potenziale und Herausforderungen aktueller Entwicklung von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in afrikanischen Ländern und deren Bedeutung für die Entwicklungszusammenarbeit. Im Rahmen der Ringvorlesung werden zudem die Spannungsverhältnisse zwischen Chancen und Risiken, neueren und älteren Problemen afrikanischer Entwicklung sowie Innen- und Außensichten auf Entwicklungen in Afrika unter die Lupe genommen.
"Chancen und Voraussetzungen wirtschaftlicher Entwicklung" heißt die erste Vorlesung von Robert Kappel von der Uni Hamburg und Norbert Kloppenburg von der KfW. Die beiden Referenten haben die Wachstumsraten sowie die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf Länder der Subsahara-Afrikas beobachtet. Sie gehen etwa der Frage der Nachhaltigkeit des jüngsten Wirtschaftsaufschwungs nach. (bos)

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