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Wartehalle der Zukunft: Mehr als ein Wetterschutz

Die Stadt offeriert Wartehallen aus Modulen, die sich in der Größe anpassen lassen. Denn wie so eine Bushaltestelle aussieht, ist schließlich auch eine Frage der Ästhetik. Von Eva Kissel

Prototyp eines Warte-Häuschens, seit Dienstag am Börneplatz.
Prototyp eines Warte-Häuschens, seit Dienstag am Börneplatz.
Foto: Alex Kraus

"Wie möblieren wir künftig unsere Stadt? Das sollten wir uns auch mal fragen", sagt Verkehrsdezernent Lutz Sikorski. Denn "wie so eine Bushaltestelle aussieht, ist schließlich auch eine Frage der Ästhetik". Es stehe außer Frage, dass sie praktisch sein und andere Grundvoraussetzungen erfüllen muss. Sie soll die Wartenden vor Wind und Wetter schützen, ihnen ein Dach über dem Kopf und idealerweise einen Fahrkartenautomaten bieten. Nicht zu vergessen: die aktuellen Fahrpläne.

Dass Wartehäuschen zugleich funktional und optisch ansprechend sein können, sollen die beiden neuen Bushaltestellen am Börneplatz zeigen, die Lutz Sikorski zusammen mit Michael Budig, dem Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF), präsentierte. Sie sind jetzt für den Busverkehr und die Fahrgäste freigegeben. Die beiden Wartehäuschen sind aber zunächst mal Prototypen. Sie sollen zeigen, wie man sich die "Wartehalle der Zukunft", so Sikorski, vorstellen könne.

Neu ist die sogenannte Modulfunktion. Ein Wartehäuschen kann aus mehreren Modulen, also Einzelteilen, zusammengesetzt werden. An der Haltestelle Börneplatz steht auf der Seite des Museums Judengasse eins aus drei Modulen, auf der gegenüberliegenden Straßenseite eins aus zwei. "Jetzt können wir die Häuschen dem jeweiligen Platz entsprechend aufbauen", sagt Sikorski. "Wenn wir wenig haben, stellen wir eben nur ein Element auf. "

Die Wartehallen sind aus Glas und Stahl gebaut und wirken hell und transparent. Die Sitzflächen sind aus Holz gefertigt und können in unterschiedlichen Höhen montiert werden. So dass sie von großen und kleinen Menschen, älteren Herrschaften oder Kindern problemlos erreicht werden können.

Wartehalle mit Solarzellen

Auf dem Dach befinden sich Voltaik-Panele, die das Sonnenlicht in Strom umwandeln, der wiederum für die Beleuchtung der Hallen im Dunkeln sorgt. Überzählige Energie wird in das Stromnetz eingespeist. Den beiden neuen Prototyp-Wartehallen stehen sechs bis acht Wochen Probezeit zu, danach wird das Projekt offiziell ausgeschrieben. Geplant ist, dass 300 Wartehallen dieser Art aufgestellt werden. Sie werden keine alten, baufälligen ersetzen, sondern da hingestellt, wo es noch keine gibt. Frankfurt zählt zur Zeit 1200 Bushaltestellen, nur 700 haben ein Wartehäuschen.

Verkehrsdezernent Lutz Sikorski wünscht sich, dass Fahrgäste und Bürger rege über die neuen Stadtmöbel diskutieren. Sie können ihre Meinung per E-Mail kundtun und an den Kundendienst der VGF schreiben; Adresse: info@vgf-ffm.de.

Autor:  Eva Kissel
Datum:  9 | 12 | 2009
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