Wie geht's der Gans in der Röhre? Oje, da liegt ja noch ein Putzlappen. Und am Baum hängen auch noch nicht alle Kugeln, und ach, das Geschenk für die Jüngste ist noch nicht verpackt, gleich stehen die Kinder vor der Tür, dabei ist alles noch gar nicht fertig - und Hilfe-jetzt-klingelt-es-sie-kommen-ja-schon-was-für-ein-Stress-ich-kann-bald-nicht-mehr.
"Wenn die Mutter alles macht, am Ende fast unter der Tanne zusammenbricht, der Rest der Familie sich rundum bedienen lässt und dann noch sagt: ,Mutti, mach´ mal die Küchentür zu, die Spülgeräusche stören uns beim Fernsehen' - dann ist das der Weihnachts-Gau." Die sonst so fröhlich-gelassene Stimme von Margret Harlinghausen klingt ernst. "Dass alle Vorbereitungen und Arbeiten an den Feiertagen an einem Menschen hängen, das geht überhaupt nicht."
Die 53-Jährige aus Hilders in der Rhön kennt sich aus, wahrlich. Und das nicht nur als zweifache Mutter, sondern auch professionell. Sie wirkt im Vorstand des Landesverbandes Hessen des Deutschen Hausfrauen-Bundes, bildet Hauswirtschaftsmeisterinnen aus und ist natürlich auch selbst eine Meisterin des Faches. Ihr Credo für das hohe Familienfest: "Nur nicht die Erwartungen zu hoch hängen." Denn: "Wenn alles Freude pur, durch und durch Harmonie und perfekt sein soll, dann ist das von vorneherein zum Scheitern verurteilt."
Also gelte: Ansprüche herunterschrauben und sich auf das wirklich Wichtige besinnen. "Es geht doch darum, endlich zusammenzusein, Zeit miteinander zu teilen und Weihnachten zu feiern", sagt Margret Harlinghausen. Da stresse ein falscher Perfektionsanspruch nur, es sei ohnehin schon genug vorzubereiten und zu planen. Wer also glaube, seine Wohnung oder sein Haus auf den letzten Drücker noch auf Hochglanz polieren zu müssen, weil alle Lieben endlich mal wieder versammelt sind, mache sich nur unnötigen Druck. "Lieber putzen, wenn die Festtage vorüber sind."
Gut planen, rät die Fachfrau, sich zwischendurch ruhig auch mal eine kleine Auszeit nehmen - und vor allem gelassen bleiben. Schließlich seien heutzutage auch Familien- und Lebensstrukturen verändert. "Die Großfamilie, die rund ums Jahr zusammenlebt, ist zur absoluten Ausnahme geworden", sagt Margret Harlinghausen.
"Unsere beiden erwachsenen Kinder beispielsweise studieren in Kassel." Statt sich da zusätzlichen Weihnachtsstress zu machen, gelte die Devise: "Sich aneinander freuen und immer schön entspannt bleiben. "

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