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Museumsbau: Weltkultur in der Provinz

Für ein neues Museum in Frankfurt steht jeder mögliche Standort wieder zur Disposition.

Die kulturpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion hat sich viel Mühe gemacht, den Stand der mitunter unübersichtlich wirkenden Debatte zusammenzufassen: "Auch der Campus mit dem Senckenberg-Museum in unmittelbarer Nachbarschaft wäre ein interessanter Standort", um ein neues Museum für Weltkulturen zu bauen, stellte sich Brigitte Reifschneider-Groß jetzt an die Seite von Uni-Präsident Rudolf Steinberg. Dieser hat kürzlich vorgeschlagen, den Museumsbau in der Nähe des naturkundlichen Museums auf dem Campus anzusiedeln, um interdisziplinär Fächer wie Ethnologie und Geschichte einbinden zu können. An ein Ende gelangte die Debatte mit Steinbergs Vorschlag allerdings noch lange nicht.

Der Standort, an dem heute noch das Juridicum steht, gehöre auch zu den Varianten, die ihre Behörde gegenwärtig vom Hochbauamt prüfen lasse, sagte Ann Anders, Grundsatzreferentin im Kulturdezernat, am Mittwoch der FR. Dass dieses Areal für ein neues Museum der Weltkulturen in Frage komme, wage sie aber zu bezweifeln, weil die Preisvorstellungen des Landes sicherlich die Stadt an Grenzen bringe.

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Und doch habe man es nicht ausgeklammert, setzt Anders hinzu. Wie die anderen Standorte auch, die nach wie vor in der Diskussion seien: Das Sudfass am Eingang zum Ostend, der Osthafen, die Offenbacher Mole, der Museumspark und das Degussa-Areal. Bis Ende September soll das Hochbauamt an diesen Orten ermitteln, was sich dort realisieren ließe, ob Neubauten mit dem Raumkonzept für das Museum in Einklang zu bringen seien und was die Realisierung eines solchen Projektes kosten würde. Mit diesen Informationen könne man für eine spätere Entscheidung die Grundlagen schaffen. Bis Ende des Jahres wollten sich die Stadtverordneten dafür Zeit lassen.

Bis dahin muss mit weiteren Beiträgen zu der Diskussion gerechnet werden. Zuletzt entstand nicht selten der Eindruck, Einmischungen in die Debatte zielten vor allem darauf, das Projekt zu den Akten legen zu können.

Grundsätzlich gelte für ihre Behörde, sagt Ann Anders: "Wir wollen diese Sammlung ans Tageslicht bringen", es gehe darum, für den als Rarität geltenden Bestand an Ausstellungsstücken des Museums einen angemessenen Raum zu schaffen. Zu klären sei dann die Frage, wer sich über den Kauf eines Grundstücks an den auf gut 100 Millionen Euro bezifferten Baukosten beteilige.

Vielleicht fallen für den Erwerb eines Areals gar keine Kosten an. Schließlich brachte Felix Semmelroth jetzt wieder einen Erweiterungsbau für das bestehende Museum am Mainufer ins Gespräch. Zumindest würde er ein Areal in unmittelbarem Bezug zum Museumsufer dem Standort Sudfass vorziehen. Reifschneider-Groß auch. Nur müssten dann die Grünen über ihren Schatten springen und sich nicht mehr als "Retter des Baumbestandes aufspielen".

Einen neuen Anfang um Grundsätzliches will Ann Anders nicht. Und so rechnet sie der vom Stadtplaner Albert Speer erwogenen Idee, das neue Museum als Basis eines weltkulturellen "Leuchtturms" in dieser Stadt, der weit über die Grenzen des Rhein-Main-Gebietes dank Ausstellungs- und Forschungsmöglichkeiten hinausweise, kaum Chancen zu.

Autor:  MATTHIAS ARNING
Datum:  24 | 7 | 2008
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