Die Stadt will künftig Mut und Zivilcourage von Menschen mit zwei Preisen auszeichnen. Auf diesen Vorschlag einigten sich am Donnerstagabend in einer gemeinsame Sitzung die Mitglieder des Auswahlgremiums für die Vergabe des Ludwig-Beck-Preises für Zivilcourage und des Ausschusses für Bürgerbeteiligung. Die Runde schlägt dem Magistrat vor, den Beck-Preis nicht mehr nur auf Wiesbaden zu beschränken, sondern international zu verleihen.
Die Preissumme soll von 2500 auf 10 000 Euro erhöht werden. Und neu geschaffen werden soll ein zweiter Preis für Bürgermut von Wiesbadenern - mit 2500 Euro dotiert.
Hintergrund: Mit dem Preis - benannt nach dem 1880 in Biebrich geborenen Widerstandskämpfer Generaloberst Ludwig Beck - wollte die Stadt ursprünglich Zivilcourage ehren. Schließlich wurden aber auch "normale" Lebensretter geehrt. 2008 erhielt eine Joggerin den Preis, weil sie bei Medenbach einen verletzten Radfahrer gefunden und Hilfe gerufen hatte. Der Unterschied zwischen dem großen Namen und der vergleichsweise kleinen Tat sorgte für Diskussionen. OB Helmut Müller (CDU) setzte die Vergabe 2009 aus. Es folgte eine Debatte über Vergaberichtlinien.
Am Donnerstagabend wurde die Meinung vertreten, dass der Preis - im Sinne von Zivilcourage - nur einmal passend vergeben worden sei: an die deutsch-türkischen Autorinnen Fatma Bläser und Serap Cileli. Die hatten sich gegen Zwangsehen und Ehrenmorde ausgesprochen. Beide wurden wegen dieses Engagements immer wieder bedroht. Nach einem Ehrenmord in Wiesbaden hatten sie bei einer Kundgebung das Mikrofon ergriffen. Sie erhielten 2006 für ihr bisheriges Lebenswerk den Beck-Preis. (rmu)