Frankfurt/Main. Heftige Sturmböen zum Winterbeginn haben den Flug-, Bahn- und Straßenverkehr in Hessen am Freitagabend behindert. Der Flugbetrieb auf dem Frankfurter Flughafen wurde erheblich gestört. Nach Angaben des Verkehrsleiters vom Dienst wurden bis zum Abend 110 Flüge gestrichen, weil sichere Starts und Landungen nicht gewährleistet werden konnten. Die Passagiere wurden auf andere Flüge umgebucht. Am Abend normalisierte sich der Betrieb wieder.
Der Wind warf Bäume um, die Oberleitungen, Häuser und Autos beschädigten. Im Taunus mussten mehrere Straßen gesperrt werden, in Frankfurt rückten Polizei und Feuerwehr zu mehr als 70 Sturm-Einsätzen aus.
Am Frankfurter Hauptbahnhof hatten vor allem Fernzüge aus Bayern bis zu 50 Minuten Verspätung. Außerdem litt die Bahn noch unter den seit Wochen andauernden Verkehrsbeschränkungen wegen der Reparatur von ICE-Zügen.
Die Feuerwehr in Wiesbaden meldete 60 Einsätze. Betroffen waren die Innenstadt und fast alle Vororte. Dabei ging es um umgestürzte Bäume, lose Dachteile oder herunterhängende Stromleitungen. Eine Frau wurde durch einen umstürzenden Marktschirm verletzt und musste eine Kopfplatzwunde durch den Rettungsdienst versorgen lassen.
Im Regionalverkehr gab es nach Angaben des Rhein-Main- Verkehrsverbundes (RMV) auf mehreren Linien Verspätungen weil der Sturm Oberleitungen beschädigt hatte. Das betraf vor allem die S- Bahn-Strecken 8 und 9 zwischen Mülheim und Hanau, aber auch die Regionalbahnlinie 55 zwischen Hanau und Aschaffenburg.
Im Hochtaunuskreis waren nach Angaben des RMV alle Straßen rund um den Feldberg wegen Eis- und Schneebruchgefahr für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Im Rheingau-Taunus-Kreis und im Landkreis Limburg-Weilburg mussten ebenfalls mehrere Straßen wegen umgestürzter Bäume gesperrt werden.
Auf der Autobahn A5 sorgte eine weggewehte Lastwagenplane am Mittag für stundenlange Staus rund um Frankfurt. Eine Böe hatte nach Angaben der Polizei die Plane aus der Verankerung am Lkw gerissen.
Die Plane blieb in einer Schilderbrücke hängen, wo ein zweiter Laster hineinfuhr. Dabei wurde die Brücke so stark beschädigt, dass sie abmontiert werden musste. Die Autobahn zwischen dem Nordwestkreuz Frankfurt und dem Bad Homburger Kreuz blieb für mehrere Stunden gesperrt. Die übrigen Autobahnen blieben von den Behinderungen weitgehend verschont. In Nordhessen sorgten Streufahrzeuge dafür, dass der Schnee relativ schnell beseitigt wurde, bis nach Südhessen war der Schnee gar nicht erst vorgedrungen.
Im gesamten Stadtgebiet von Frankfurt wurden zahlreiche Bäume entwurzelt und Dachziegel von den Dächern geweht. In einem Stadtteil stürzte ein Baum auf zwei geparkte Personenwagen und eine Straßenlaterne, in einem anderen wurde ein Hausdach von einem umstürzenden Baum stark beschädigt.
Mit dem stürmischen Wind waren am Freitag auch die ersten Schneefälle von Norden ins Land gezogen. Auf dem Ettelsberg im Wintersportort Willingen (Waldecker Upland) erreichte die Schneedecke am Nachmittag eine Höhe von über zwölf Zentimetern, im Tal lagen fünf Zentimeter. Von Sonntag an sollen im Upland die Skilifte laufen. Auf Hessens höchstem Berg, der 950 Meter hohe Wasserkuppe in der Rhön, standen die Aussichten für Skifahrer zunächst schlecht. Zwar gab es auch dort eine geschlossene Schneedecke, aber der Berg präsentierte sich in dichten Nebel gehüllt, und der Schnee war pappig-nass.
Am Samstag sollen kräftige Schneeschauer und einzelne Gewitter über das Land ziehen. Vor allem im Taunus, dem Westerwald, Odenwald und Richtung Werra wird es der Vorhersage des Wetterdienstes meteomedia zufolge länger anhaltend schneien. An Rhein und Main ist Schneeregen möglich. Es weht ein starker, böiger Wind aus nordwestlichen Richtungen. Die Temperaturen erreichen maximal minus ein bis plus vier Grad. (ap/dpa)

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