Gerade in einer immer komplexer werdenden Welt nimmt Religion für viele Menschen eine große Rolle ein. Mit dieser Feststellung leitete Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble am Mittwochabend im Haus am Dom seine Rede auf dem Festakt zum 30-jährigen Bestehen der Christlich-Islamischen Begegnungs- und Dokumentationsstätte (Cibedo) ein.
Vor 120 Gästen richtete sich Schäuble vor allem an Muslime. Der Staat lade sie herzlich ein, hier heimisch zu werden. Allerdings müssten sie sich "ein Stück weit den Gegebenheiten ihrer neuen Heimat anpassen". Der Dialog sei für den gesellschaftlichen Zusammenhalt wesentlich, betonte der CDU-Politiker und wies darauf hin, dass neben dem Bund auch Länder und Kommunen sich dafür engagieren müssten. Fremdheit, so stellte der Minister klar, "bedroht nicht, sondern bereichert". Voraussetzung sei jedoch der Austausch, und dafür bedürfe es einer gemeinsamen Sprache.
Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann wies in seiner Rede darauf hin, dass es eine Weile gedauert habe, bis in Deutschland "die muslimische Präsenz voll erfasst" und die Notwendigkeit des christlich-islamischen Dialogs erkannt habe. Auf eben diese Erkenntnis ist die Gründung von Cibedo zurückzuführen Dessen Aufgabe ist, Informationen und Dokumente zu sammeln, auszuwerten und Interessenten zugänglich zu machen.
Zielgruppe der Institution mit Sitz in Frankfurt sind alle, die wissenschaftlich tätig sind, mit Muslimen leben, im öffentlichen oder im kirchlichen Bereich mit ihnen arbeiten. Die Bedeutung des Dialogs mit Muslimen spiegelt sich nach Ansicht von Kardinal Lehmann auch darin, "dass fast zwei Drittel der Diözesen Deutschlands inzwischen einen Beauftragten für die Begegnung mit dem Islam haben".
Die Bedeutung von Cibedo innerhalb des christlich-islamischen Dialogs spiegelte in der Gästeliste wider. An dem Festakt im Haus im Dom nahmen ranghohe Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche und auch politische Vertreter teil.

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