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19. Oktober 2012

Woolrec Braunfels-Tiefenbach: Behörde: Woolrec ist skrupellos

 Von Pitt von Bebenburg
Streit um das Unternehmen Woolrec in dem mittelhessischen Ort Braunfels-Tiefenbach gibt es schon lange, und mittlerweile ruht der Betrieb.  Foto: dpa

Seit Monaten steht die Recycling-Firma Woolrec in Braunfels-Tiefenbach in der Diskussion, weil Anwohner Gefahren für die Gesundheit befürchten. Derzeit ruht der Betrieb, ist aber Thema einer Sondersitzung des Landtags. Der Regierungspräsident wirft dort dem Unternehmen "skrupelloses Verhalten" vor.

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Der Gießener Regierungspräsident Lars Witteck (CDU) hat der Führung der mittelhessischen Firma Woolrec „skrupelloses Verhalten“ vorgeworfen. In einer Sondersitzung des Umweltausschusses im Hessischen Landtag wies der Regierungspräsident am Donnerstag zugleich Vorwürfe zurück, seine Behörde habe Ängste der Anwohner nicht ernst genug genommen. „Wir haben diesen Betrieb so häufig kontrolliert wie keinen anderen im Regierungsbezirk“, sagte Witteck.

Rund ein Dutzend Anwohner aus Braunfels-Tiefenbach waren zu der Sitzung nach Wiesbaden gekommen. Die Firma Woolrec steht seit Monaten in der Diskussion, weil Anwohner Gefahren für ihre Gesundheit befürchten. Woolrec verarbeitet Mineralfasern, die in Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen. Die Firma stellt aus den zerkleinerten Fasern den Stoff Woolit her.

Der Betrieb ist stillgelegt, seit ein Loch in der Außenmauer entdeckt wurde. Das Unternehmen hatte sie nach Wittecks Angaben vor den Behörden verheimlicht. „Wenn es nach mir geht, wird diese Firma gar nichts mehr produzieren“, sagte der Gießener Regierungspräsident.
Die SPD überzeugte er damit nicht. Sie hatte die Sondersitzung beantragt. „Die Botschaft höre ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“, kommentierte der SPD-Landtagsabgeordnete Tobias Eckert. Das Regierungspräsidium sei seit Jahren über Missstände informiert gewesen, habe aber nicht reagiert. Erst seit Mai sei es aktiv geworden.

Einige erfreuliche Daten hatte Witteck am Donnerstag vom hessischen Landeslabor erhalten. Danach enthielten Trauben, Äpfel und Tomaten aus Tiefenbach keine zu hohen Mengen an Schadstoffen. Salat, Gras und Böden würden aber noch getestet, sagte Witteck. Mit diesen Ergebnissen sei in der ersten Novemberhälfte zu rechnen.

Auch Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) versicherte, dass die Hinweise der Bevölkerung „sehr ernst genommen“ worden seien. Man sei ihnen nachgegangen. Die Ministerin gab auf eine Anfrage der Grünen bekannt, dass der umstrittene Professor Stefan Gäth von 2005 bis März 2012 Mitglied im hessischen Technologiebeirat gewesen sei, der die Landesregierung und die Hessen-Agentur beraten habe.

Der Professor für Abfall- und Ressourcenmanagement hatte das Woolit-Herstellungsverfahren mit entwickelt und später Gutachten geschrieben, wonach die Verfahren bei Woolrec unbedenklich seien. Ein neuer Technologiebeirat sei seit März noch nicht berufen worden, sagte Puttrich.

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