Auf einem etwa 1,40 Meter hohen Steinsockel soll er thronen, der eins zu eins nachgebildete, bronzene Kopf des legendären Gorillas Matze. Im vergangenen Jahr war dieser als 18-facher Vater und im Alter von rekordverdächtigen 51 Jahren im Frankfurter Zoo verstorben. "Unser Silberrücken war nicht nur Anführer der Zoo-Gorilla-Gruppe, sondern auch der Liebling unserer Zoobesucher. Diese haben sich das Denkmal gewünscht", sagt Caroline Liefke vom Zoologischen Garten. Und nun sollen diese Besucher und andere Interessierte Spenden: für eine Matze-Statue und für den guten Zweck.
Aus unterschiedlichen Entwürfen hat die zoointerne Auswahlkommission letztendlich die Vorlage einer Bronze-Büste des Künstlers Wolfgang Weber ausgewählt. Dieser ist nicht nur seit seiner Kindheit eng mit dem Zoo Frankfurt verbunden, sondern hat selbst bereits Gorillas im Freiland beobachtet und wusste daher, was Jury und Öffentlichkeit überzeugt.
"Wir waren uns einig, dass es kein allgemeines Gorilladenkmal werden soll, sondern eines, in dem man den charakteristischen Gesichtsausdruck von Matze wiedererkennt. Bei den Entwürfen von Herrn Weber sieht man deutlich, dass es sich um unseren Silberrücken handelt", lobt Zoodirektor Manfred Niekisch die Skizzen.
Ihren Platz soll die Statue in den Außenanlagen des Borgori-Waldes bekommen. Dort also, wo Matze zuletzt bis zu seinem Tod gelebt hat, können sich die Zoobesucher künftig an ihn erinnern. Damit verewigt sich der Gorilla nicht nur in den Köpfen der Zoobesucher, sondern wird zugleich Botschafter für den Tierschutz.
Nur 700 Berggorillas weltweit
Ziel sei es, nicht nur ein Denkmal für den Silberrücken zu verwirklichen, sagt Niekisch, sondern zugleich den Gorilla-Schutz aktiv zu unterstützen. So fließt die Hälfte aller Spenden in das Gorilla-Schutzprojekt der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) im Virunga-Nationalpark im Ostkongo. "Durch gemeinsame und wirksame Aktionen müssen wir es schaffen, den Lebensraum der letzten Berggorillas langfristig zu bewahren", ruft Christof Schenck, Geschäftsführer der ZGF, zur Unterstützung der Spendenaktion auf. Als Schirmherren hat sich der Zoo den Frankfurter Kulturdezernenten, Felix Semmelroth, ins Boot geholt. Semmelroth unterstützt die Spendenaktion gerne, insbesondere, da 2009 das Jahr des Gorillas sei: "Matze war der Sympathieträger des Zoos, und ich freue mich, dass er nun Botschafter für seine Artgenossen im Ausland wird."
Alle Gorilla-Arten gehören zu den weltweit bedrohtesten Säugetieren. Von "Bedrohung" sprechen Experten, wenn die Population in den letzten Jahren um 60 bis 90 Prozent abgenommen habe, erklärt Schenck. Insgesamt lebten auf der Erde nur noch etwa 700 Berggorillas. Besonders durch die kriegerischen Auseinandersetzungen im Kongo seien die Menschenaffen gefährdet. Schenck sieht in der zweigeteilten Spendenaktion eine gute Chance dafür, den Tiergarten als "Tierschutz-Zoo" zu positionieren - wie es Niekischs Ziel ist.
Bei den Kosten für den lebensgroßen und authentischen Kopf von Matze rechnet Künstler Weber mit insgesamt 11 000 bis 12 000 Euro. Die Arbeit an der Bronze-Büste beginnt er im März. Von Mitte dieses Jahres an soll das Denkmal dann fertiggestellt sein und seinen Platz im Borgori-Wald gefunden haben. Dann hat nicht nur die ZGF einen größeren finanziellen Spielraum zum Schutz der Gorillas in Afrika, sondern auch der Zoobesucher einen Matze zum Anfassen.

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