Tiere einen die Menschen, sogar Politiker: Alle Fraktionen haben am Donnerstag in der Versammlung der Stadtverordneten der Vorlage zum 30-Millionen Euro-Investitionsprogramm zur Zukunft des Zoologischen Gartens zugestimmt - unter Ablehnung von Ökolinx.
"Wenn wir heute für diese Vorlage stimmen, wird dies ein weiterer Meilenstein für unseren Zoo sein", sagte der zuständige Dezernent Felix Semmelroth (CDU), "nach der Gründung vor 150 Jahren, der Wiedereröffnung nach dem Krieg durch Bernhard Grzimek und der Übernahme des Zoos durch die Stadt, als es ihm schon einmal schlecht ging." Die Stichworte Artenschutz und Energieeffizienz führten Semmelroth zum Lob auf den Borgori-Wald, der diesen Ansprüchen durch ein Geothermieverfahren bereits gerecht werde. Fraktionsübergreifender Beifall. Fraktionsübergreifendes Gelächter folgte, als der Dezernent von einer Rede erzählte, die er im Zoo hielt und zu der die Bonobos auf ihre Weise Beifall spendeten. Vermutlich rasten sie gen Scheibe und schlugen ans Glas. "Die Frankfurter lieben ihren Zoo und wir alle fragen uns doch, wie es um das Gorillapaar Viatu und Ruby steht." In diesem Moment war zu lernen, dass Schmunzeln hörbar sein kann, im Übrigen fraktionsübergreifendes.
Ein Wettbewerb zum Neubau des Eingangsbereichs lief bereits, am 5. März werde das Preisgericht tagen, berichtete Semmelroth. "Die Zukunft kann beginnen." Und das habe sie schon. "Die Nebelparder, die man fast nie sah, aber nicht, weil sie im Nebel sitzen", sagte Semmelroth, "genau wie Zitronenfalter keine Zitronen falten, haben den Fossas Platz gemacht." Top-Stimmung im Saal wegen der Zitronen.
Insgesamt entwarf ein fröhlicher Dezernent positive Zukunftsbilder. Schon im vergangenen Jahr habe der Zoo gut sieben Prozent mehr Besucher gehabt (944 000) als 2007 (880 000).
Sein Parteikollege und Stadtverordneter Jochem Heumann dankte allen Beteiligten der Magistratsvorlage für "diese schonungslose Analyse", der Weg in die Zukunft sei "ambitioniert und realistisch". Gegen Ende wurde Heumann gleichsam euphorisch, als er die tolle Zukunft des Zoos heraufbeschwor - und: fraktionsübergreifende "Bravo"-Rufe.
Der Fraktionsvorsitzende der FAG, Rainer Rahn, betonte die Wichtigkeit biologischer Vielfalt, was ja prima zum Naturschutz-Konzept des "neuen Zoos" passt.
Renate Wolter-Brandecker (SPD) wurde die Harmonie offenbar zu viel. "Es gab sehr wohl bereits seit vielen Jahren Baumaßnahmen und die Besucherzahlen sind gesteigert worden." Von 1978 bis 1998 indes hätten die Stadtverordneten über eine Neugestaltung des Eingangs nur debattiert - ohne dass etwas passiert sei. Die Eintrittspreise indes dürften nicht erhöht werden, "der Zoo ist eine Kultureinrichtung für alle".
Allerdings habe das Umland sich bei der Finanzierung des Sanierungskonzeptes nicht beteiligt, kritisierte Heike Hambrock von den Grünen. "Dann hätte das Ganze vielleicht schon in acht bis zehn Jahren, statt in 15 Jahren umgesetzt werden können."

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