Zuhause nervt es, wenn ein Wasserhahn tropft, die veraltete Heizung zu viel verbraucht und diverse Provisorien nach etlichen Jahren dann doch zu scheitern drohen. Im Zoo nervt das auch. Betroffen von den maroden Zuständen dort sind aber nicht nur wesentlich mehr Menschen, sondern auch die Tiere, die darauf angewiesen sind, dass der Mensch für sie die Dinge in Ordnung hält.
"Die Entwicklung des Zoos hat in den vergangenen Jahren den organisatorischen, betrieblichen und wissenschaftlichen Anforderungen an eine moderne zoologische Einrichtung nicht Rechnung getragen", heißt es in der Magistratsvorlage zur Zukunft des Zoos. Abgesehen davon, dass es sich immer noch wie eine Ohrfeige für den früheren Zoodirektor Christian Schmidt liest, ist es wahr.
Für das Dezernat war der Zoo in den vergangenen Jahren aber auch nicht sehr sexy, denn gekümmert hat sich dort auch keiner. Erst musste das Kind in den Brunnen, beziehungsweise der Ruf des Zoos in den Schmutz gezogen werden. Dann ging es allerdings Schlag auf Schlag, mit einer erarbeiteten Vision, Leitlinien, neuer Führung. Nun steht ein 15-Jahres-Investitionsprogramm über 30 Millionen Euro, das den Frankfurter Zoo revitalisieren soll.
Der Zoo soll sich in ein Naturschutzzentrum verwandeln
Ganz wichtig ist - neben verstärktem Besucherservice - die in der "Vision Zoologischer Garten" im vergangenen Jahr erarbeitete Neuausrichtung des Zoos zu einem Naturschutz-Zentrum, "das die Bedeutung der biologischen Vielfalt vermittelt und sich mit Partnern an deren Erhalt beteiligt", wie es in der Magistratsvorlage heißt. Dazu gehören im Sinne der Nachhaltigkeit Klimaschutz und ein minimierter Ressourcenverbrauch, etwa bei Energie und Wasser.
Für den neuen Eingangs-, Kassen- und Besucherservice in Verbindung mit einem Neubau der Bärenanlagen und anderer Tierarten am Eingang des Zoos ist laut Bericht die Planung bereits im Gange. Als "Entree zum Zoo" sei dieser Teil des Investitionsprogramms ein "Top-Level-Projekt". Ebenfalls unter die erste Priorität fällt das Tag-/Nachttierhaus, das nun doch nicht saniert, sondern komplett neu gebaut wird. Geplant sind zwei begehbare Tropenhallen mit freilaufenden Tierarten.
Die Nachttiere könnten in einem unterirdischen Gebäudeteil untergebracht werden, der beide Hallen verbindet. Errichtet werden soll die Anlage auf dem Areal des jetzigen Hauses der Niederen Affen und Teilen der heutigen Afrikasavanne. Auch eine neue Quarantänestation ist geplant, die nicht zuletzt dem Schutz der Zoo-Mitarbeiter dient.
Unter die erste Prioritätsstufe fällt auch das Zoo-Gesellschaftshaus. Wenn der Pachtvertrag von Hans-Peter Kofler 2010 ausläuft, wird das zuletzt 1988 renovierte Gebäude saniert und mit einem neuen Pächter ein Gastronomie- und Veranstaltungsmanagement erarbeitet. Sind diese Vorhaben umgesetzt, können sich die subantarktischen Pinguine freuen: Die zweite Prioritätsstufe beginnt mit einer neuen Anlage für die Publikumslieblinge. Die Tierschutzbehörde hatte die Anlage im Exotarium als zu klein beanstandet.
Geplant ist nun ein Neubau neben Exotarium und Robbenanlagen, mit Unterwassereinblick durch große Schaufenster, erschlossen durch eine abgesenkte, barrierefreie Rampe. Zusammen mit Robbenanlagen und den Aquarien des Exotariums könnte eine didaktische Einheit "Leben im Wasser" entstehen. Die dritte Prioritätsstufe sieht die Neuplanung einer Afrikasavanne mit Giraffen, Zebras, Antilopen und Straußen vor.
Keine Fragen offen lässt im Übrigen Punkt "B" in der Begründung zu den Zoo-Zukunftsplänen: "Alternativen - keine."

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