Rund 140.000 Menschen in Frankfurt sind in der Nacht einem Straßenlärm ausgesetzt, der jenseits der 50 Dezibel liegt. Fast 24.000 Menschen müssen in der Nacht sogar Krach von Autos, Motorrädern und Lastwagen ertragen, der mehr als 60 Dezibel beträgt. "Lärm ist neben Stickoxiden das Umweltproblem, das die Menschen am meisten beschäftigt", sagt Wendelin Friedel, Referent von Frankfurts Umweltdezernentin Manuela Rottmann (Grüne). Und unter allen hessischen Städten ist die Metropole am Main davon besonders stark belastet.
Um die Emissionen zu reduzieren und die gesundheitlichen Auswirkungen zu mindern, arbeitet die Stadt seit 2002 an Vorschlägen, wie es auf und in Frankfurts Straßen leiser werden kann. Bis Mitte 2013 hat die Stadt wie andere Kommunen in Europa Zeit, der EU detaillierte Aktionspläne für Lärmminderung vorzulegen. Europa macht seit ein paar Jahren Druck, um die Lärmbelastung in Städten zu verringern. Nach Angaben der Europäischen Umweltagentur sind in der EU rund 67 Millionen Menschen in Ballungsräumen mit mehr als 250.000 Einwohnern einem Verkehrslärm ausgesetzt, der jenseits von 55 Dezibel liegt. 55 Dezibel sind der Wert, den die EU als schädlich einstuft. Damit ist jeder zweite Einwohner in den genannten Ballungsräumen in Europa von diesem Schallpegel betroffen. 21 Millionen Menschen, das sind 17 Prozent der EU-Bevölkerung, sind in diesen Gebieten einem Lärm ausgesetzt, der schädliche Wirkungen auf die Gesundheit hat.
Um Frankfurt leiser zu machen, erwägen Umwelt- und Verkehrsdezernat, sogenannten Flüsterasphalt verlegen zu lassen und die Pflastersteine auf den Straßenbahntrassen durch Asphalt ersetzen zu lassen. Tempo 30 auch auf Hauptverkehrsstraßen in der Nacht zu verfügen, "ist ein Wunsch von Dezernentin Rottmann", sagt Referent Friedel. Überprüfen wollen die Dezernate ferner ein Durchfahrtverbot für Lastwagen etwa auf der Friedberger Landstraße. Schließlich drängt das Umweltdezernant darauf, auf den Autobahnen rund um die Stadt für Autos Tempo 100 und für Lkw Tempo 80 zu erlassen. Die Entscheidung darüber liegt beim Land Hessen.
"Das ist ein dicker Brocken", sagt Friedel, der betont, dass diese Projekte von der Stadt nicht allein finanziert werden können. "Wir brauchen die Unterstützung von Bund und Land."

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