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Rhein-Main und Hessen
Hessische Landespolitik und Berichte aus dem Rhein-Main-Gebiet.

06. August 2011

Zugewanderte Mückenarten: Exotische Stecher

Exotische Stechmücken wandern nach Europa. Foto: picture-alliance / dpa

Der Klimawandel und der globale Reiseverkehr machen es möglich: In den letzten Jahren wanderten zunehmend exotische Mückenarten nach Süd- und Mitteleuropa ein, die zahlreiche Krankheiten übertragen.

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Sie stechen wieder. Der warme Frühsommer brachte uns nicht nur schöne Tage, sondern auch die culicidae, zu deutsch Stechmücken. Gleichwohl steht uns die große Mückenplage erst noch bevor: „Nach dem vielen Regen der letzten Wochen reichen im Prinzip ein paar warme Tage, um Unmengen an Mückenlarven zum Schlüpfen zu bringen“, berichtet Christian Melaun vom Frankfurter Forschungszentrum für Klima und Biodiversität. Die BIK-F genannte Einrichtung ist ein Schwesterinstitut des Frankfurter Senckenberg-Instituts, das gemeinsam mit dem Hamburger Bernhard-Nocht-Institut (BNI) ein Großprojekt zur Kartierung der Mückenpopulationen in Deutschland ins Leben gerufen hat. „Wir wissen zurzeit nicht genau, welche Mückenarten es in Deutschland überhaupt gibt. Wir wissen nur, dass es 48 sind“, verdeutlicht Professor Egbert Tannich vom BNI die Notwendigkeit eines solchen Projekts. In den letzten Jahren wanderten zunehmend exotische Mückenarten nach Süd- und Mitteleuropa ein, die zahlreiche Krankheiten übertragen.

Die zugewanderten Arten stehen denn auch im Fokus des Interesses der Forscher. Die Tigermücke beispielsweise ist schon lange nicht mehr nur in Südostasien heimisch. Der Klimawandel, aber auch der globale Reiseverkehr machten es möglich, dass sich die besonders fiese Mücke – sie überträgt unter anderem das Dengue-Fieber – auch in Afrika, Süd- und Nordamerika und, seit den 90er Jahren, auch in Europa ausbreitet. „In Italien, Frankreich und der Schweiz ist die Tigermücke bereits heimisch geworden“, erläutert Melaun.

Schon 2007 wurden in Eiablagefallen entlang der A5 bei Frankfurt Eier der Tigermücke gefunden. Ob sie sich dauerhaft bei uns einrichtet, ist noch nicht klar.

Frankfurt bietet aber durch seine zentrale Lage einen idealen Einfallsort für die Mücken. „Die Mücken kommen in der Kleidung der Reisenden, aber auch in Rillen von Autoreifen“, so Melaun.

Seit Februar werden nun Mücken in allen Bundesländern gefangen. Demnächst soll es auch eine Probestelle in Frankfurt geben. „Einige Tiere werden dort gefangen und der Dokumentation zugänglich gemacht“, sagt Sven Klimpel, der Projektleiter vom Senckenberg-Institut. So erhalte man eine Karte, die zeige, welche Mückenarten wo und wie häufig vorkommen. (prmj.)

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