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Zukunft für "Turmpalast"?: Frankfurter Filmfans dürfen hoffen

CDU und Grüne im Römer wollen "keine Brache" rund um das "Turmpalast"-Kino, das Ende Juni für immer schließen wird. Sie fordern wieder eine kulturelle Nutzung, am liebsten als Kino und drumherum Fußgängerwege. Von Claus-Jürgen Göpfert

Die Tage des Frankfurter Turmpalast-Kinos  sind gezählt. Ende 2010 läuft der Mietvertrag aus.
Die Tage des Frankfurter Turmpalast-Kinos sind gezählt. Ende 2010 läuft der Mietvertrag aus.
Foto: Boeckheler

"Wir wollen dort keine Brache, wir wollen keine tote Gegend!" Jochem Heumann meint damit das wichtige Innenstadt-Quartier zwischen Bleichstraße, Katzenpforte, Stiftstraße und Eschenheimer Tor. Rund um das bei vielen Besuchern beliebte "Turmpalast"-Kino, das trotz lautstarker Proteste am 30. Juni für immer schließen soll. Heumann, der planungspolitische Sprecher der CDU im Römer, macht den Film-Fans jetzt wieder Hoffnung. Denn die Regierungskoalition von CDU und Grünen im Römer verlangt nach einem Abriss des "Turmpalasts" in jedem Fall dort wieder eine "kulturelle Nutzung" - und ausdrücklich nennt sie als Beispiel ein Kino.

Mit dieser Festlegung von Schwarz-Grün geraten die vertraulichen Verhandlungen zwischen der Stadt und dem Vermögensverwalter Gerd Rieche schwieriger. Dem 64-jährigen und seiner Fides Beteiligungen GmbH gehört das Appartementhaus Große Eschenheimer Straße 20 - zu dem auch der Eingang des "Turmpalast" zählt. Rieche hat außerdem die angrenzenden städtischen Grundstücke Bleichstraße 55-57 von der Stadt gepachtet, auf denen unter anderem eine Sportschule und ein Teil des Kinogebäudes liegen. Insgesamt eine Fläche von rund 3500 Quadratmetern: Auf ihr möchte der Kaufmann mit Unterstützung der Stadt neue fünf- bis siebengeschossige Gebäude errichten.

Schwarz-Grün will jetzt einen städtischen Bebauungsplan auf den Weg bringen. Er setzt der künftigen Entwicklung klare Grenzen. Erstens: Es muss ein Wohn-Hochhaus berücksichtigt werden - das wollte Rieche bisher nicht. Zweitens: Entlang der Straßen dürfen maximal sechsgeschossige Gebäude entstehen. Alle Erdgeschoßflächen müssen öffentlich genutzt sein - also etwa durch Cafes oder Restaurants.

Im Bereich des Eschenheimer Tors verlangen CDU und Grüne "ausreichend dimensionierte Flächen" für die Fußgänger. Im Bereich Stiftstraße und Katzenpforte darf es oberhalb des Erdgeschosses ausschließlich Wohnen geben. Wichtiges Ziel der Koalition: "Im Quartier muss auch abends etwas Belebendes sein - es darf dort kein reiner Bürostandort entstehen", so Heumann. Die beiden Wohnhäuser der 50er Jahre an der Ecke Stiftstraße/Eschenheimer Tor will Schwarz-Grün in jedem Fall erhalten. Eines der Gebäude hatte Berühmtheit erlangt, nachdem die Prostituierte Rosemarie Nitribitt dort 1957 ermordet worden war.

Autor:  Claus-Jürgen Göpfert
Datum:  7 | 4 | 2010
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