"Wir wollen nicht, dass unser Vater umsonst gestorben ist“, sagt Monika Busick zur Frankfurter Rundschau. Sie ist die Tochter des 75-Jährigen, der am Dienstag starb, weil an der privatisierten Universitätsklinik in Marburg eine Blutkonserve vertauscht worden war. Es sei nicht in ihrem Interessiere, dass der Anästhesist dafür verantwortlich gemacht wird.
„Ich will, dass das Krankenhaus das abstellt“, stellt Busick klar, die als Krankenschwester in den USA arbeitet. Dort gebe es für jede Blutgruppe einen eigenen Kühlschrank. Die Entnahme würde stets von zwei Mitarbeitern überprüft. „Wenn eine Blutkonserve gegeben wird, sind auch immer zwei Personen dabei.“ Sollte dies in Marburg nicht der Fall sein, müsse schleunigst eingegriffen werden. „Das war ein Systemfehler und nicht der des Anästhesisten.“
Die Ärzte hatten bei dem 75-Jährigen einen Defekt an einer künstlichen Gefäßstütze der Hauptschlagader festgestellt und ihn notoperiert. Wegen des hohen Blutverlustes erhielt der Patient anschließend eine Transfusion der Blutgruppe A. Er hatte jedoch die Blutgruppe Null. Der Staatsanwalt hat eine Obduktion angeordnet. (jur)