Sie möchte nicht, dass ein Mitarbeiter für die Verwechslung der Blutkonserve bestraft wird, hat die Tochter des Verstorbenen der Frankfurter Rundschau gesagt. Sie wolle, dass das Rhön-Universitätsklinikum Gießen-Marburg dafür sorgt, dass ein solcher Irrtum sich nicht wiederholt. Nur dann sei der Tod ihres Vaters nicht umsonst gewesen.
Krankenhäuser und Ärzte müssen aus ihren Fehlern lernen. Das treibt die meisten Angehörigen an, wenn sie sich wegen des Verdachts auf einen Kunstfehler an die Schlichtungsstelle oder gar gleich an einen Anwalt wenden. Auch bei den meisten Ärzten hat sich inzwischen herumgesprochen, dass sie mit einem besseren Gefühl weiterarbeiten können, wenn sie einräumen, dass sie sich vertan haben. Patienten und auch Angehörige verzeihen. Kein Mensch ist perfekt.
Fehler passieren. Erst recht, wenn der Arzt oder die Pflegekraft wegen schlechter Personalausstattung unter starkem Stress steht. Mit dem Kostendruck in den Krankenhäusern und Praxen steigt die Fehlerhäufigkeit. Deshalb ist das vom Gesetzgeber geknüpfte Sicherheitsnetz so wichtig. In Marburg hatte es eine Lücke.