Die Krankenkasse fragt nach den Umständen, wie der Mann seinen Fuß und Knöchel verloren hat. Doch das hat er nie, sagt der Anwalt der Hinterbliebenen auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. Die Klinik, vermutet er, habe die falsche Diagnose an die Kasse weitergegeben. Besonders tragisch: Bei dem Mann handelt es sich um den 75-Jährigen, der vor rund zwei Wochen bei einer Notoperation in Marburg ums Leben kam. Nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis der Gerichtsmedizin war er an einem allergischen Schock gestorben. Laut Rhön-Klinikum wurde nach der Operation ein Bluttransfusionsbeutel verwechselt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.
Mit „großem Bedauern“ hat das privatisierte Universitätsklinikum Rhön auf dieses Missgeschick reagiert. Klinik-Sprecher Frank Steibli sieht das Problem allerdings bei der Kasse: Sie habe offenbar nach einem schon länger zurückliegenden Unfall gefragt, ohne den Abschlussbericht aus Marburg abzuwarten. Der könne noch nicht vorliegen, da die Staatsanwaltschaft ermittele.
Der Sprecher der betroffenen Krankenkasse konnte am Dienstag nichts zum Fall des 75-Jährigen sagen, versteht die Aufregung aber nicht: „So etwas kann passieren, wenn nur ein paar Tage dazwischen liegen.“ Dies räumt auch der Sprecher der Rhön-Universitätsklinik ein und fügt abschließend hinzu: „Im vorliegenden Fall ist das für die Angehörigen, aber auch für uns, sehr belastend und wir bedauern es sehr.“
Der Anwalt der Hinterbliebenen, Hans-Berndt Ziegler aus Marburg, spricht von einem Missgeschick. Schlimm für die Angehörigen sei, dass es zwei Mal ein und die selbe Person getroffen habe. ( jur)