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Uniklinik Marburg: Tod nach Transfusion

Weil in der Uniklinik Marburg eine Blutkonserve vertauscht wurde, stirbt ein Patient. Die Klinikleitung spricht von einem "bedauerlichen Zwischenfall".

Blutkonserven
Blutkonserven
Foto: ddp

Die Klinikleitung schreibt von einem „bedauerlichen Zwischenfall“: Nachdem eine Blutkonserve vertauscht wurde, ist ein 75-jähriger Patient des Marburger Universitätsklinikums nach schwerer Operation am Dienstagnachmittag gestorben: „Wir recherchieren, wie das passieren konnte“, erklärte Sprecher Frank Steibli. Das Klinikum habe von sich aus Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft informiert: „Die Mitarbeiter sind total schockiert“, sagte Steibli. Die Verwechslung erklärt er mit „individuellem menschlichem Versagen“.

Nach Informationen des Marburger Rechtsanwalts Hans-Berndt Ziegler, der die Angehörigen des Patienten vertritt, war der 75-Jährige wegen Schmerzen im Bauchraum in die Klinik gekommen. Dort wurde er gleich auf die Intensivstation verlegt, weil ein gefährlicher Defekt an einer künstlichen Gefäßstütze der Hauptschlagader festgestellt wurde. Während einer siebenstündigen Notoperation wurde ihm erfolgreich ein Bypass gelegt. Um den Blutverlust auszugleichen, habe er dann Transfusionsmittel erhalten. Doch eine Konserve habe die Blutgruppe A anstelle der erforderlichen Blutgruppe Null gehabt, sagte Ziegler: „Sie war für jemand anderen vorgesehen.“

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Einen solchen Vorfall könne man überleben, erklärte Steibli. Es seien auch sofort Gegenmaßnahmen ergriffen worden. Wegen seiner Vorerkrankungen aber hätten die Ärzte den 75-Jährigen nicht am Leben halten können. „Unabhängig vom Ergebnis unserer Überprüfung haben wir gegenüber den Angehörigen des Verstorbenen unser tiefes Mitgefühl und Bedauern ausgesprochen“, sagte der Kliniksprecher.

Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft wurde eine Obduktion sowie die Beschlagnahme der Bluttransfusionsmittel und Krankenunterlagen angeordnet. Sollte sich der Verdacht bestätigen, werde ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet, sagte Justizsprecherin Annemarie Wied. Rechtsanwalt Ziegler will erreichen, dass die Angehörigen des 75-Jährigen Schadensersatz und Schmerzensgeld erhalten.

Autor:  Gesa Coordes
Datum:  26 | 8 | 2010
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