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Sandy - Wirbelsturm trifft New York
Naturkatastrophe in den USA: Wirbelsturm Sandy zieht über die Ostküste.

03. November 2012

Hurrikan Sandy in Haiti: UN warnt vor Hungersnot nach "Sandy"

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Auch Haiti ist von dem Hurrikan "Sandy" betroffen. UN-Vertreter warnen gar vor einer Hungersnot in dem armen Land. Foto: dapd

Hurrikan "Sandy" hat nicht nur Auswirkungen auf die Ostküste der USA - besonders der Karibikstaat Haiti leidet unter den Schäden, die der Wirbelsturm angerichtet hat. UN-Vertreter warnen vor einer Hungersnot in dem Land, das sich noch immer nicht von dem verheerenden Erdbeben im Jahr 2010 erholt hat.

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Nicht nur die Ostküste der USA, auch Haiti leidet unter den Schäden, die der Hurrikan "Sandy" angerichtet hat. Durch den heftigen Regen und Wind wurden in Haiti Straßen überflutet, Schulen, Wohngebäude und Krankenhäuser wurden beschädigt oder zerstört. Viele Straßen sind unbefahrbar und einige der bedürftigsten Gebiete sind von jeder Hilfe abgeschnitten. "Die Auswirkungen des Sturms in Haiti sind sehr schlimm, doch leider gibt es dafür nur wenig internationale Aufmerksamkeit", sagt der Leiter der humanitären Hilfe der UN in Haiti, Nigel Fisher.

Haiti steht auf der UN-Liste der am wenigsten entwickelten Länder der Welt und musste erst in jüngster Vergangenheit verheerende Naturkatastrophen bewältigen: Im Jahr 2010 kamen bei einem schweren Erdbeben nach Schätzung der Regierung 300.000 Menschen ums Leben - eine Katastrophe, von der sich das Land bis heute nicht erholt hat. Nach Angaben der Organisation Ärzte ohne Grenzen leben alleine in der Hauptstadt Port-au-Prince noch immer mehr als 350.000 Überlebende des Erdbebens in Lagern. Erst im August 2012 raste der Tropensturm "Isaac" über Haiti, Ende Oktober folgte "Sandy".

Problem: Lebensmittelversorgung

Bisher wurden durch "Sandy" über 27.000 Wohnhäuser beschädigt oder zerstört, berichtet das UN-Büro für humanitäre Angelegenheiten (OCHA). Hunderttausende Menschen benötigten Lebensmittel, Trinkwasser oder eine Unterkunft. "Über 1,5 Millionen Menschen haben in den kommenden Monaten ein erhöhtes Risiko der Unterernährung", erklärt Nigel Fisher. Das liege unter anderem daran, dass die Ernte vernichtet wurde. UN-Vertreter warnen daher auch vor einer Hungersnot.

Zusätzlich zu den Opfern des schweren Erdbebens vor knapp drei Jahren könnten bis zu eine Million Haitianer von der Lebensmittelversorgung abgeschnitten werden, erklärte Johan Peleman, Leiter des OCHA-Büros in Haiti am Freitag. Während der Norden des Landes bereits vor "Sandy" unter einer schweren Dürre litt, könnte der Wirbelsturm einen Großteil der Ernte im Süden zerstört haben. Deshalb bat Haitis Regierungschef Laurent Lamonthe bereits am Mittwoch um internationale Hilfe.

Cholera-Infektionen kurzzeitig angestiegen

Nach dem Wüten von Hurrikan "Sandy" ist auch die Zahl der Cholera-Infektionen kurzzeitig gestiegen. "Bereits seit Sonntag, also einen Tag nachdem Sandy über Haiti gezogen ist, verzeichnen wir in unseren Behandlungszentren verstärkten Zulauf", sagte Claudia Evers, die für Ärzte ohne Grenzen in dem Land tätig ist. Am Dienstag seien rund 500 Menschen wegen der Krankheit in speziellen medizinischen Zentren behandelt worden, rund 50 mehr als am Tag zuvor, teilte die Organisation am Freitag mit. Zum Ende der Woche seien die Infektionszahlen wieder leicht gesunken.

Das Unwetter hat vermutlich die Ausbreitung der Krankheit begünstigt, denn Cholera-Bakterien verbreiten sich über Wasser. Seit Beginn einer Cholera-Epidemie im Oktober 2010 sind in Haiti mehr als 7.500 Menschen an der Krankheit gestorben, berichtet die Organisation Ärzte ohne Grenzen.

Kuba, Jamaika und Dominikanische Republik betroffen

Auch Kuba, Jamaika und die Dominikanische Republik wurden von dem Sturm schwer getroffen. Alleine in der Dominikanischen Republik - Nachbarland Haitis und ein beliebtes Urlaubsziel - haben rund 11.000 Menschen keine Unterkunft. Auf Kuba wurden laut OCHA mehr als 2000 Schulen, 370 Gesundheitszentren und mehrere Krankenhäuser beschädigt.

Der Hurrikan "Sandy" hatte Haiti am 24. Oktober erreicht und weite Teile des Landes zerstört. Mindestens 54 Menschen kamen dabei ums Leben. (mit dapd, afp)

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