Sandy - Wirbelsturm trifft New York
Naturkatastrophe in den USA: Wirbelsturm Sandy zieht über die Ostküste.

02. November 2012

„Ich will den Strom zurück“

 Von Sebastian Mol
Ein Weg im New Yorker Stadtteil Queens.  Foto: AFP

Sarah Stein ist 91 Jahre alt und sitzt im Rollstuhl. Ihr gesamtes Leben hat Stein in der Lower East Side von Manhattan zugebracht und so sah sie zunächst

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Sarah Stein ist 91 Jahre alt und sitzt im Rollstuhl. Ihr gesamtes Leben hat Stein in der Lower East Side von Manhattan zugebracht und so sah sie zunächst auch nicht den geringsten Anlass, ihre vertraute Umgebung zu verlassen, als am Montagabend Hurrikan „Sandy“ die Lichter im gesamten unteren Drittel von Manhattan ausblies. In ihrer Wohnung in der Grand Street fühlt sie sich wohl und ihre Pflegerin war glücklicherweise auch bei ihr. Was sollte da schon passieren.

Doch bis Donnerstag hatte der Hurrikan Sarah Stein zermürbt. Die dunklen kalten Nächte waren ihr zu viel geworden, es war kein Arzt zu erreichen und warme Mahlzeiten gab es auch nicht. Also ließ sich Sarah Stein von ihren Kindern abholen.

Lower Manhattan verwandelt sich in eine Geisterstadt

Wer irgendwie konnte, hat es in den vergangenen Tagen so gemacht wie Sarah Stein. Das untere Manhattan, das sonst vor Leben überschäumt, verwandelt sich zunehmend in eine Geisterstadt. Es ist gespenstisch ruhig auf den Straßen. Doch nicht jeder hat so viel Glück wie Sarah Stein und hat Angehörige in der Stadt, die sie aufnehmen können. Wie viele alte Menschen in dem Hochhauswald entlang des East River in ihren dunklen Wohnungen gefangen sind, ist unbekannt. Doch es ist sicher, dass es viele sind und dass ihre Lage stündlich prekärer wird.

An der Ostküste sind bisher 102 Menschen gestorben, darunter 40 in New York. In der Region wurde am Freitag das Benzin knapp. An den Tankstellen in New York und New Jersey waren die Schlangen mitunter kilometerlang. Von einigen Stationen wurden Schlägereien gemeldet.

Jeff Wilson und seine Frau Floriane, die in Greenwich Village wohnen, haben sich so gut es geht mit dem Leben ohne Strom arrangiert. Romantisch finden sie Abende mit Kerzenlicht aber nicht. „Die erste Nacht war ein Abenteuer“, sagt Floriane, „aber jetzt will ich den Strom zurück.“

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