Sandy - Wirbelsturm trifft New York
Naturkatastrophe in den USA: Wirbelsturm Sandy zieht über die Ostküste.

31. Oktober 2012

"Sandy" in den Medien: Umpusten, voranpusten, auspusten

 Von Björn Wirth
Sturm "Sandy" trifft auf die amerikanische Küste. Foto: dpa

Der "Todes-Sturm", der "Monster-Sturm", schlicht "Supersturm" oder "Mega-Sturm" - wie windgewaltig die Medien über „Sandy“ berichten.

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Der "Todes-Sturm", der "Monster-Sturm", schlicht "Supersturm" oder "Mega-Sturm" - wie windgewaltig die Medien über „Sandy“ berichten.

Der Wirbelsturm, wahlweise auch „Todes-Sturm“(Bild-Zeitung), „Monster-Sturm“ (Hamburger Morgenpost), „Supersturm“ (Berliner Morgenpost) oder „Mega-Sturm“ (Berliner Kurier) gerufen, „Sandy“ also hat ganz schön was angerichtet. Nicht nur an seiner Wirkungsstätte in den USA, sondern auch in der Berichterstattung deutscher Medien. Mit „Sandy“ ist zwar kein frischer, aber doch ein Wind in die hiesigen Blätter gefahren.

Da wird alles Mögliche weggeweht und weggeblasen, da wird das eine ausgehaucht und das andere umgepustet und zum Schluss über alles noch mal hinweggefegt. So berichtet die Online-Plattform Virato, die Nachrichten aus tausenden Magazinen und Blogs sammelt und diese nach ihrer Verbreitung in sozialen Netzwerken auflistet, „wie ‚Sandy‘ die Medien durcheinanderwirbelt“. Die Talkshow von David Letterman und der TV-Sender Discovery hatten Glück, sie haben laut Virato nur einige „Böen“ abbekommen. Schlimmer erwischt hat es die Bezahlschranken von Onlinezeitungen: „Bezahlschranken von Onlinezeitungen umgepustet“, meldet die Financial Times Deutschland. Dass das Fernsehen immer noch standfester ist als dieses windige Internet, beweisen die Kollegen von dpa: „‚Sandy‘ pustet Nachrichtensendungen nach vorne“, dichten sie. Aber was kann die Bezahlschranke dafür, dass sie keine Nachrichtensendung ist?

Die Boulevardzeitung B.Z. wiederum konstatiert seit dem Sturm eine „wahre Bilderflut“ und der Nachrichtensender n-tv hält fest, dass „das Leben von Millionen US-Bürgern durcheinandergewirbelt“ wurde. Die Wiener Tageszeitung Der Standard sieht sogar die „USA vom Wind verweht“, die Nachrichtenagentur Reuters schaut noch weiter und titelt: „Versicherer wohl wetterfest genug für ‚Sandy‘-Schäden“.

Und so hat der Todesmonstersupermegasonstwassturm nicht nur einiges um- und anderes vorangepustet, sondern vor allem manch Medienschaffenden gehörig durcheinandergewirbelt. Da war wohl etwas nicht wetterfest genug.

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