Inmitten der Verwüstungen durch Hurrikan „Sandy“ haben Millionen Menschen an der Ostküste der USA am Mittwoch versucht, ihr normales Leben wieder aufzunehmen. Das aber kann wohl noch Tage oder sogar Wochen dauern. Rettungsmannschaften durchsuchten immer noch besonders betroffene Gebiete wie den New Yorker Stadtteil Queens, wo ein Großbrand bis zu hundert Häuser zerstörte. Mindestens 51 Menschen kamen an der US-Atlantikküste durch den Wirbelsturm ums Leben, mehr als 8,2 Millionen waren ohne Strom. Der wirtschaftliche Gesamtschaden wurde auf bis zu 50 Milliarden Dollar (38,7 Milliarden Euro) geschätzt.
Der Eine tanzt im Regen, ein Anderer nutzt die Wellen und schwingt sich mal wieder auf sein Surfbrett, Kumpels sitzen nachts gemeinsam in der Stammkneipe und trinken darauf, dass es vorbei ist. Die Menschen an der Ostküste der USA gingen ganz unterschiedlich mit dem Wirbelsturm "Sandy" um. Die etwas andere Seite des Wirbelsturms in Bildern...
Foto: AFPIn der hart getroffenen Millionen-Metropole New York fuhren am Mittwochmorgen wieder erste Busse auf den wegen des Stromausfalls immer noch dunklen und weitgehend leeren Straßen. Auch die Börse an der Wall Street wollte wieder ihren Betrieb aufnehmen. Präsident Barack Obama, der für New York und Long Island den Notstand ausgerufen hatte, wurde am Mittwoch im benachbarten New Jersey erwartet, wo „Sandy“ am Montag in der Nähe von Atlantic City auf Land getroffen war. Das Sturmtief zog inzwischen in Richtung Kanada weiter.
Der verheerende Sturm „Sandy“ könnte im Nordosten der USA nach Schätzungen des Informationsdienstes IHS Global Insight einen wirtschaftlichen Gesamtschaden in Höhe von bis zu 50 Milliarden Dollar (38,7 Milliarden Euro) verursachen. Die Analysten rechneten mit direkten Schäden von rund 20 Milliarden Dollar und Gewinneinbußen von bis zu 30 Milliarden Dollar. Ein Überblick der bislang kostenträchtigsten Stürme in den USA:
„Sandy“ könnte nach Ansicht des US-Investors und Milliardärs George Soros Auswirkungen auf den US-Wahlkampf haben. Sollten viele Wähler am 6. November deswegen zuhause bleiben, wäre das schlecht für Amtsinhaber Obama, sagte Soros im ZDF-„Morgenmagazin“. Gelinge es Obama jedoch, sich als Staatsmann in der Krise zu beweisen, könne er sogar in der Wählergunst profitieren.
Obama sagte für den dritten Tag in Folge alle Wahlkampftermine ab, um sich um die Koordinierung der Aufräumarbeiten nach dem Sturm zu kümmern. Sein republikanischer Rivale Mitt Romney wollte seinen Wahlkampf am Mittwoch in Florida in vollem Umfang wieder aufnehmen.
In New Jersey, wo der Sturm am Montagabend (Ortszeit) auf Land getroffen war, versuchten Einsatzkräfte Hunderte Menschen zu retten, nachdem dort eine Sturmflut zwei Städte unter Wasser gesetzt hatte. „Das Ausmaß der Zerstörung an der Küste von New Jersey gehört zum schlimmsten, was wir jemals gesehen haben“, sagte der Gouverneur Chris Christie.
In New York bot sich den Menschen neben dem Stadtteil Queens auch im Süden von Manhattan ein Bild der Verwüstung. Bis zu vier Meter hohe Wellen waren hier an die Küste geschlagen, tiefer liegende Straßen und U-Bahn-Tunnel wurden unter Wasser gesetzt. Es könne bis zu drei Tage dauern, bis die Stromversorgung wieder hergestellt sei, hieß es. Bürgermeister Michael Bloomberg setzte die Zahl der Todesfälle in seiner Stadt auf 18 herauf. „Dieses war ein verheerender Sturm, vielleicht der schlimmste, den wir je erlebt haben“, sagte Bloomberg. „Die Natur ist verdammt viel mächtiger als wir es sind.“
Entwarnung kam derweil vom größten New Yorker Flughafen. Der Flugbetrieb am John F. Kennedy Airport sollte am Mittwoch mit Einschränkungen wieder aufgenommen werden. Auch am Newark International Airport in New Jersey sollten wieder Maschinen starten. Der zweite New Yorker Flughafen LaGuardia soll den Angaben zufolge weiterhin geschlossen bleiben. Fluggesellschaften mussten wegen „Sandy“ über 18.000 Flüge streichen.
US-Präsident Obama warnte angesichts des Abflauens von „Sandy“ vor Sorglosigkeit: „Der Sturm ist noch nicht vorbei“, sagte er bei einem Besuch in der Zentrale des Roten Kreuzes in Washington.
Derweil rechnete der Informationsdienst IHS Global Insight im Nordosten der USA mit einem wirtschaftlichen Gesamtschaden von bis zu 50 Milliarden Dollar (38,7 Milliarden Euro) durch „Sandy“. Die direkten Schäden könnten sich auf rund 20 Milliarden Dollar belaufen, Gewinneinbußen auf bis zu 30 Milliarden Dollar. Nach Auffassung von Ökonomen dürfte der Sturm der Volkswirtschaft der USA langfristig allerdings keinen weiteren Schaden zufügen. (dapd)
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