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Sandy - Wirbelsturm trifft New York
Naturkatastrophe in den USA: Wirbelsturm Sandy zieht über die Ostküste.

31. Oktober 2012

Nach Wirbelsturm "Sandy": Mehr als 50 Todesopfer

Helikopter fliegen am Abend des 30. Oktobers über der Skyline von Manhattan. Foto: REUTERS

Einen Tag nach dem Durchzug von Wirbelsturm „Sandy“ wird das Ausmaß der Zerstörung an der US-Ostküste deutlicher. Die Zahl der Todesopfer steigt: Mindestens 50 Tote wurden bisher gezählt.

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Daten und Fakten

Die maximale Größe des Sturms lag bei 1.000 Meilen (1.600 Kilometer) im Durchmesser.
In 4,23 Metern Höhe (New York) befindet sich die höchste gemessene Brandung.
Mindestens 17 US-Staaten trugen schwere Schäden davon.
Die Zahl der Todesopfer in den USA: 100.
Schäden an Gebäuden werden auf 20 Milliarden Dollar geschätzt, damit ist der Sturm eine der teuersten Naturkatastrophen in der US-Geschichte.
Die stärkste Windböe an Land in den USA fegte mit 225 Kilometer pro Stunde am Mount Washington im Staat New Hampshire.
Stromausfälle gab es auf dem Höhepunkt mehr als 8,5 Millionen.
In Redhouse im Staat Maryland fiel am meisten Schnee: 71 Zentimeter.
Betroffen waren Gemeinden in einem Gebiet von mehr als 640 Kilometern Länge, von Ocean City in Maryland bis Dartmouth in Massachusetts. (dapd)

Einen Tag nach dem Durchzug von Wirbelsturm „Sandy“ wird das Ausmaß der Zerstörung an der amerikanischen Ostküste deutlicher. Die Zahl der Todesopfer stieg weiter an: Mindestens 50 Menschen seien ums Leben gekommen, teilten die Behörden mit. Allein 18 Menschen starben in der besonders schwer getroffenen Millionenmetropole New York. „Die Zerstörung ist unvorstellbar“, sagte der Gouverneur des ebenfalls schwer gebeutelten Bundesstaates New Jersey, Chris Christie. Dort will sich Präsident Barack Obama am Mittwoch ein Bild von den Folgen eines der größten Stürme in den USA seit Jahrzehnten machen. Die betroffenen Regionen bemühten sich trotz der großen Schäden um eine allmähliche Rückkehr zur Normalität.

Marathon findet statt

Die New Yorker Börsen an der Wall Street sollten nach zweitägiger Pause wieder öffnen. Mit dem John F. Kennedy Airport und dem internationalen Flughafen von Newark wollen zwei der drei wichtigsten Flughäfen im Großraum der Stadt ihren Betrieb in begrenztem Umfang wieder aufnehmen. Der Bahnbetreiber Amtrak will ebenfalls auf den wichtigsten Strecken wieder fahren. Auch der Marathon in New York soll am Sonntag wie geplant stattfinden. Der Veranstalter New York Road Runners äußerte sich zumindest zuversichtlich. Die Millionenmetropole und ihre Einwohner müssten zwar gerade eine sehr schwierige Zeit durchmachen, sagte NYRR-Präsidentin Mary Wittenberg. Aber der Marathon sei schon immer ein besonderer Tag für die New Yorker und ein Symbol für die Lebensfreude und Widerstandskraft dieser Stadt gewesen.

Aber vor allem die rechtzeitige Anreise der 20.000 Läufer aus dem Ausland stellt angesichts der durcheinandergewirbelten Flugpläne ein großes Problem dar. Wegen des Sturms wurden fast 16.000 Flüge gestrichen. Und auch die Anfahrt für die rund 30.000 Läufer aus den USA dürfte wegen der Schäden im öffentlichen Nahverkehr nicht einfach werden. Denn die durch Überflutungen lahmgelegte New Yorker U-Bahn, die werktags 5,3 Millionen Menschen befördert, kann laut Bürgermeister Michael Bloomberg auch noch am Wochenende ausfallen.

"Wie am Ende des Zweiten Weltkriegs"

Die Aufräumarbeiten werden noch Tage dauern. Der Sturm ließ rund acht Millionen Menschen ohne Strom zurück. Sie müssen möglicherweise noch bis zu eine Woche auf elektrisches Licht und warmes Wasser verzichten. Vielerorts fielen die Mobilfunkdienste aus. Einige Notrufdienste waren ebenfalls betroffen. Im New Yorker Stadtteil Queens zerstörte ein Großbrand 80 Häuser. „Es ist nicht übertrieben, wenn man sagt, dass es hier aussieht wie auf Bildern vom Ende des Zweiten Weltkriegs“, sagte Bloomberg. „Das Gebiet ist dem Erdboden gleichgemacht.“

Auch die Versicherungsbranche dürfte der Sturm Experten zufolge teuer zu stehen kommen. Die auf Risikoabschätzung spezialisierte Agentur AIR Worldwide schätzt den versicherten Schaden in den USA an Land auf sieben bis 15 Milliarden Dollar. Hierin seien aber keine Schäden durch überflutete Häuser, U-Bahnen oder Tunnel enthalten. Sollten sich die Prognosen bewahrheiten, wäre „Sandy“ der drittschlimmste Hurrikan in der Geschichte. Todesopfer gab es auch in den Bundesstaaten New York, Massachusetts, Maryland, Connecticut, New Jersey, Pennsylvania, Virginia und West Virginia sowie im kanadischen Toronto. Auf seinem Zug durch die Karibik hatte der Hurrikan 69 Menschen das Leben gekostet.

Knapp eine Woche vor der Präsidentschaftswahl streicht Amtsinhaber Obama den dritten Tag in Folge seine Kundgebungen und reist stattdessen nach New Jersey. Er will in der entscheidenden Phase auf keinen Fall Schwächen im Krisenmanagement zeigen, wie es sein Vorgänger George W. Bush bei der Katastrophe in New Orleans durch Hurrikan „Katrina“ machte. Bei einem Besuch beim Roten Kreuz in Washington warnte Obama, den abklingenden Sturm auf die leichte Schulter zu nehmen. „Sandy“ sei noch nicht völlig überstanden, sagte er und rief zugleich die Bevölkerung zu Spenden auf. Das Unwetter zog in abgeschwächter Form nordwestlich weiter und brachte in Ohio rund einen Meter Neuschnee. Mit seiner Ausdehnung über Hunderte Kilometer von South Carolina bis nach Kanada war „Sandy“ einer der größten Wirbelstürme, die jemals in den USA tobten.

Plünderungen in Brooklyn und Queens

Nun erscheinen erste Berichte über Plünderungen in New York. Die Polizei habe in den Stadtteilen Brooklyn und Queens mehrere Menschen unter anderem wegen des Verdachts von Plünderungen festgenommen, berichtete die Zeitung „Wall Street Journal“ am Mittwoch in ihrer Online-Ausgabe.
Die Festnahmen seien in Gegenden erfolgt, die durch die Fluten besonders betroffen seien. Dort seien Polizeistationen evakuiert worden. Insgesamt war von 13 Festnahmen die Rede. Unklar blieb, was geplündert wurde. Aus Furcht vor Kriminellen hätten mehrere kleine Ortschaften in Virginia und New Jersey zudem nächtliche Ausgangssperren verhängt, berichteten lokale Medien. (rtr/ dpa)

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