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Sandy - Wirbelsturm trifft New York
Naturkatastrophe in den USA: Wirbelsturm Sandy zieht über die Ostküste.

29. Oktober 2012

Sandy auf Twitter & Facebook: Twitter kann Leben retten

Warnungen per SMS oder über soziale Netzwerke: In Amerika verbreitet, in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Foto: rtr

Rundfunkdurchsagen? Das war gestern. Heute warnen die Behörden die Menschen vor Naturkatastrophen per SMS und online über die sozialen Netzwerke. Eine der wichtigsten Botschaften an die Bewohner der US-Ostküste lautet in diesen Stunden: "Laden Sie Ihr Handy auf!"

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Katastropheninfos auf allen Kanälen: Neben Fernsehen und Radio nutzen US-amerikanische Behörden zunehmend Online-Netzwerke, um Bürger über Gefahren durch den herannahenden Hurrikan „Sandy“ auf dem Laufenden zu halten. Was früher die Rundfunkdurchsage war, ist heute die kurze Nachricht auf das Smartphone in der Hosentasche. So schicken die Katastrophenschutzbehörde, das Rote Kreuz und die Nationale Ozeanische und Atmosphärische Behörde (NOAA) ihre Nachrichten auch über Twitter und Facebook ins Netz. Dort verfolgen jeweils mehr als hunderttausend Menschen die Nachrichten.

Die US-Katastrophenschutzbehörde FEMA ruft Bürger sogar explizit zur Nutzung der Online-Netzwerke auf. „Die Telefonleitungen könnten während Sandy überlastet sein. Informieren Sie Ihre Lieben per SMS oder mit einem Update auf sozialen Netzwerken“, heißt es auf dem Twitterprofil der Behörde. Viele Menschen taten das bereits, sie schickten auch Fotos aus den Küstenstädten ins Netz. Diese zeigten aufgetürmte Sandsäcke vor Hauseingängen und überflutete Straßen.

Noch kein Online-Warnsystem in Deutschland

Beim deutschen Pendant zur FEMA, dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), stecken derartige Bemühungen noch in den Kinderschuhen. Ein Hemmnis für die zentrale Warnung ist hier auch die föderale Struktur der Bundesrepublik. Jedes Bundesland und deren Einrichtungen haben zunächst einmal eigene Warnsysteme entwickelt. Eifrig twittert etwa die Berliner Feuerwehr. „Wir versuchen derzeit ein gemeinsames, modulares Warnsystem aufzubauen“, sagt Ursula Fuchs vom BBK. Dabei sollten so viele Endgeräte wie möglich bedient werden können.

Noch aber liefen rechtliche Prüfungen, inwiefern und wie weitgehend die Behörden offizielle Informationen über Twitter und Facebook verbreiten dürfen. Informationen auf das Handy gibt es aber schon teilweise. In Hamburg etwa können sich Bürger per SMS bei größeren Katastrophenlagen, wie etwa einer Sturmflut, warnen lassen. Das System „KatWarn“ wurde gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut entwickelt, Bürger können sich freiwillig bei der Innenbehörde Hamburgs (PDF) dafür anmelden. Die Feuerwehr in Frankfurt/Main hat einen Versuch mit dem System jedoch zwischenzeitlich wieder abgebrochen, weil es zu ungenau sei.

Der Internetkonzern Google sammelt auf einer Sonderkarte Informationen zum voraussichtlichen Pfad des Sturms. Dort finden sich Vorhersagen ebenso wie die Evakuierungszentren des Roten Kreuzes:

Hurrikan „Sandy“ nimmt derzeit Kollisionskurs auf zwei winterliche Wetterfronten, in der Nacht zum Dienstag drohen Flutwellen von bis zu 3,30 Metern Höhe. Gut ein Sechstel der US-Bevölkerung lebt in dem betroffenen Gebiet.

Kostenfreier Zugang zur „New York Times“

Die "New York Times" und das „Wall Street Journal“ setzten ob des nahenden Sturms ihre Bezahlschranken für Webinhalte kurzzeitig außer Kraft. Normalerweise sind alle Texte auf den Webseiten der beiden Zeitungen nur für Leser zugänglich, die zuvor ein kostenpflichtiges Abonnement abgeschlossen haben. Die Berichterstattung über den Hurrikan ist davon ausgenommen, wie die „New York Times“ per Twitter mitteilte. Nachrichten zu Sturm „Sandy“ sind sowohl auf der Webseite wie auch den mobilen Apps kostenfrei verfügbar. Das „Wall Street Journal“ öffnet ebenfalls den Zugang zu Inhalten im Web.

Die beste Information nützt nichts, wenn Stromnetze unterbrochen werden oder das Handynetz zusammenbricht. Die Behörde FEMA rät deshalb neben dem Standard-Hinweis „Bleiben Sie den Straßen fern, vermeiden Sie Überflutungen, folgen Sie den Anweisungen lokaler Behörden“ auch gleich zum vorausschauenden Umgang mit dem Mobiltelefon: „Laden Sie ihr Handy auf.“

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