Wegen des Wirbelsturms „Sandy“ müssen Urlauber mit Einschränkungen rechnen - mehrere Veranstalter bieten daher kostenloses Stornieren von betroffenen Reisen an.
Bei der Tui etwa können Kunden gebuchte Reisen in betroffene Regionen gebührenfrei umbuchen oder von ihnen zurücktreten, sagte Sprecherin Alexa Hüner. Das gelte für Anreisen bis zum 1. November. Auch Dertour gewährt für alle Leistungen wie Hotels und Ausflüge in Philadelphia, Washington, Boston und New York kostenlose Umbuchungen und Stornierungen, erklärte Sprecherin Angela de Sando. Dies gelte für Anreisen bis zum 31. Oktober. Wer derzeit trotz des Sturms in die USA reist, muss bei Rundreisen mit Änderungen bei den Routen rechnen.
Mit dem größten deutschen Reiseveranstalter Tui sind momentan 800 Gäste in der betroffenen Region rund um Washington, Philadelphia, Boston und New York. Sie mussten nicht evakuiert werden, sondern konnten in ihren Hotels bleiben, sagte Hüner. Auch den Dertour-Gästen vor Ort gehe es gut, sagte Sprecherin de Sando. Alle seien sicher in ihrem Hotel untergebracht.
Eine Gruppe des Reiseveranstalters Studiosus ist derzeit in New York - sie wohnt in einem Hotel am Times Square. „Alle 22 Gäste sind wohlauf“, sagte Edwin Doldi, der Sicherheitsmanager des Unternehmens. „Wir haben allerdings schon gestern das Programm geändert.“ Ab mittags habe die Gruppe das Hotel nicht mehr verlassen - Referate im Konferenzraum statt Rundgang durch die Stadt lautete die Devise. Die Studienreise dauert bis kommenden Donnerstag. „Ob der Rückflug ab New York möglich ist, müssen wir sehen“, sagte Doldi.
Bank erlässt New Yorkern Verspätungszuschläge: Vor „Sandy“ werden sogar die nicht gerade für ihre Großzügigkeit bekannten New Yorker Banken weich: Die Chase Manhattan Bank hat die Verspätungszinsen für ihre Kunden ausgesetzt - damit die während des Riesensturms bloß nicht vor die Tür müssen. In den USA zahlt man statt per Überweisung in der Regel noch mit Schecks, die verschickt oder zur Bank gebracht werden.
„Wir wollen Ihnen helfen, den Sturm so gut es geht zu überstehen“, hieß es am Montag in einer Mitteilung an alle Kunden. Deshalb könnten Ausstände bis zum Mittwoch ignoriert werden. „Bis zum Donnerstagabend bringen Sie ihr Konto bitte wieder in Ordnung.“
Wie lange die Einschränkungen für Touristen an der US-Ostküste anhalten, lässt sich bislang kaum abschätzen. In Städten wie New York haben die Aufräumarbeiten gerade erst begonnen. Sie könnten sich über mehrere Wochen hinziehen, schätzt Doldi. Er ging am Dienstag aber davon aus, dass es bereits im Tagesverlauf wieder möglich sein werde, für Besichtigungen nach draußen zu gehen. Einschränkungen beim Programm seien jedoch denkbar, weil nicht sicher sei, ob beispielsweise die Museen wie gewohnt geöffnet sind.
Wer die Reise noch nicht angetreten hat, kann diese möglicherweise gar nicht erst antreten. Der Flugverkehr zwischen Deutschland und der amerikanischen Ostküste wird schließlich immer mehr eingeschränkt. Insgesamt wurden am Dienstag allein zwischen Frankfurt am Main und den USA 21 Flüge annulliert, wie eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Fraport sagte. Neben der Lufthansa seien Verbindungen der amerikanischen Fluggesellschaften United und Delta Airlines betroffen. Demnach konnten zwölf Maschinen aus den USA nicht nach Frankfurt aufbrechen, zudem fielen weitere neun Flüge von Frankfurt zur amerikanischen Ostküste aus, darunter nach New York und Washington.
Deutschlandweit strich die Lufthansa für Dienstag vier Verbindungen in die USA. Neben Frankfurt erhielten auch Flugzeuge in München und Düsseldorf keine Starterlaubnis, wie eine Sprecherin der Lufthansa sagte. Ebenso fielen vier Rückflüge von der Ostküste der USA nach Deutschland aus.
Die Annullierungen bei der Lufthansa seien bereits am Sonntag beschlossen worden, um den Passagieren rechtzeitig Bescheid zu geben, sagte die Sprecherin. Einige Fluggäste hätten die Möglichkeit genutzt, ihre Flüge auf andere Städte, wie etwa Chicago, umzubuchen. Andere hätten sich entschieden, ihre Reise zu einem späteren Zeitpunkt anzutreten. In Frankfurt und München habe die Lufthansa einige wenige umsteigende Passagiere kurzfristig in Hotels untergebracht, hieß es.
Wie Fraport in Frankfurt weiter mitteilte, wurden die New Yorker Flughäfen John F. Kennedy und La Guardia sowie der Flughafen in Newark wegen des Sturms geschlossen. Bereits am Montag hatten zwölf Maschinen vom größten deutschen Flughafen nicht zur Ostküste der USA starten können. Die Flüge aus den Vereinigten Staaten nach Frankfurt waren hingegen an diesem Tag noch vor dem Unwetter gestartet. (dpa/afp)
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