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Sandy - Wirbelsturm trifft New York
Naturkatastrophe in den USA: Wirbelsturm Sandy zieht über die Ostküste.

31. Oktober 2012

Versicherungen zu Sandy: Sandy bringt Versicherer nicht in Bedrängnis

 Von Thomas Magenheim
Überschwemmung in Milford im Bundesstaat Connecticut. Foto: dapd

Noch ist nicht klar, wie heftig die Schäden von Hurrikan „Sandy“ sind. Dennoch sind die Versicherer entspannt. Sie werden die Kosten stemmen können, heißt es in ersten Prognosen.

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Noch ist nicht klar, wie heftig die Schäden von Hurrikan „Sandy“ sind. Dennoch sind die Versicherer entspannt. Sie werden die Kosten stemmen können, heißt es in ersten Prognosen.

München –  

Der an der Ostküste der USA tobende Hurrikan „Sandy“ bringt der Versicherungsbranche Kosten von fünf bis zehn Milliarden Dollar. so lauten Schätzungen des US-Spezialisten Egecat. Deutsche Versicherer mit Geschäft in den USA sind indes zurückhaltend. Eine halbwegs verlässliche Schadenkalkulation gebe es frühestens in einigen Tagen, heißt es beim weltgrößten Rückversicherer Munich Re.

Ein Versicherungsexperte von JP-Morgan sagte am Dienstag, „Sandy“ werde vermutlich eher die Dimension von „Irene“ aus dem vergangenen Jahr erreichen und nicht die von „Ike“, dem nach „Katrina“ zweitteuersten Hurrikan der vergangenen Jahrzehnte. Daten der Münchener Rück zufolge hatte „Ike“ 2008 die Assekuranz satte 18,5 Milliarden Dollar gekostet. „Irene“, der wie „Sandy“ auch die US-Wirtschaftsmetropole New York traf, wird dagegen nur mit versicherten Schäden von 5,5 Milliarden Dollar geführt.

Die Münchner Allianz sieht die Lage nicht mit Zurückhaltung, sondern offenbar mit Optimismus. Denn an jenem Abend, an dem „Sandy“ durch New York zu fegen begann, erhöhte der Allianz-Konzern seine Gewinnprognose und sorgte damit an der Börse für einige Überraschung. Nach einer über alle Erwartungen guten Entwicklung im dritten Quartal rechne man nun mit einem operativen Ergebnis von über neun Milliarden Euro bis Ende des Jahres, ließ Allianz-Chef Michael Diekmann mitteilen. Zuletzt hatte er mit 7,7 bis 8,7 Milliarden Euro Gewinn kalkuliert. Entwarnung wegen „Sandy“ gibt bei genauerem Hinsehen aber auch die Allianz nicht.

Denn die erhöhte Prognose steht unter dem Vorbehalt, dass Katastrophen nicht noch alles durcheinanderwirbeln. Die Allianz traut sich momentan keine Schadenschätzung für den US-Hurrikan zu. Mit von der Partie sind Allianz und Munich Re in den USA bei der Versicherung von Wohngebäuden oder bei Betriebsausfallversicherungen.

2012 ist die Assekuranz von Naturkatastrophen im Gegensatz zu Vorjahren bislang weitgehend verschont geblieben. „Sandy“ dürfte der 2012 kostspieligste Schaden dieser Art werden, zumal die US-Ostküste als eine der weltweit reichsten und am höchsten versicherten Regionen gilt. Insgesamt wird der Sturm aber in einer für die Versicherungswirtschaft verkraftbaren Größenordnung bleiben, sagen Experten.

Spitzenreiter bleibt demnach der Hurrikan, der 2005 in den USA 1200 Menschen das Leben gekostet und 108 Milliarden Dollar an Werten vernichtet hatte. Der Blick nach vorne verheißt der Assekuranz speziell in den USA mit Blick auf Schäden aus Extremwetter aber nichts Gutes. Denn nirgendwo sonst auf der Welt haben wetterbedingte Großschäden in den vergangenen 30 Jahren derart rasant zugenommen, wie die Munich Re gerade in einer Studie nachgewiesen hat. Gemessen an der Anzahl von Stürmen, Überschwemmungen oder Dürren habe es in Nordamerika seit 1980 eine Verfünffachung gegeben, in Europa nur eine Verdoppelung, sagt Munich Re-Chefklimaforscher Peter Höppe. Weil in den USA die Versicherungsdichte und Wertekonzentration besonders hoch sind, schlägt das finanziell extrem zu Buche.

Auf Nordamerika entfällt zahlenmäßig zwar nur ein Viertel aller wetterbedingten Großschäden weltweit. Mit gut einer Billion Dollar gesamtwirtschaftlichem Schaden seit 1980 liegt der US-Anteil aber wertmäßig bei knapp der Hälfte. Bei den versicherten Schäden kommt der Kontinent mit gut einer halben Billion Dollar sogar auf einen Anteil von mehr als zwei Dritteln. Speziell in Florida stößt die Assekuranz in der Deckung von Hurrikan-Schäden mittlerweile an die Grenzen ihrer finanziellen Kapazitäten, sagen Experten der Munich Re.

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