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Sandy - Wirbelsturm trifft New York
Naturkatastrophe in den USA: Wirbelsturm Sandy zieht über die Ostküste.

30. Oktober 2012

Wirbelsturm "Sandy" : Deshalb nutzt der Sturm Obama

 Von 
Ob es der jetzige Präsident Obama wohl besser macht?  Foto: AFP

Der Wirbelsturm Sandy kommt dem Wahlkämpfer Barack Obama gerade recht. Er kann so seinen Präsidenten-Bonus ausspielen. Doch jeder Auftritt als Katastrophenheld birgt auch Gefahren, wie manch anderer Politiker bereits erfahren musste.

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Es gibt sie schon, die Fotos, die Barack Obama braucht: Ohne Schirm und Mütze läuft der US-Präsident durch den Regen, fester Schritt, entschlossener Blick. Wir kriegen diesen Sturm in den Griff, das ist die Botschaft.

Für regierende Politiker gilt in Krisenzeiten eine Grundregel: Fotos machen sich grundsätzlich gut, solange der Politiker ernsthaft und entschlossen auftritt.

Das galt für George W. Bush, der sich mit Pilotenhelm ablichten ließ, genauso wie für den ehemaligen Kanzler Gerhard Schröder: Während der Jahrhundertflut 2002 watschte der selbst in Gummistiefeln durch den Matsch - und wurde überraschend im selben Jahr wiedergewählt.

In Krisenzeiten will die Bevölkerung echte Entscheider, und Obama ist gut darin, diesen Bonus des Amtsinhabers zu nutzen. Es war kein Zufall, dass er in den Debatten mit Romney Sätze immer wieder mit der Formulierung einleitete, er habe dieses oder jenes "als Präsident gelernt". Als Präsident ist Obama seinem Widersacher automatisch einen Schritt voraus, und er zeigt das.

Fehlendes Fingerspitzengefühl wäre tödlich

Gleichzeitig achten Berater darauf, dass die Hof-Fotografen des Präsidenten dieselbe Botschaft auch optisch transportieren. Eines der berühmtesten Fotos Obamas ist jenes, das ihn zeigt, wie er im Kommandoraum die Tötung Osama bin Ladens begleitet. Wer in einer solchen Situation einen kühlen Kopf bewahrt, so suggeriert das Bild, der muss ja der richtige für das Amt sein.

Für den Wahlkämpfer Obama ist der Wirbelsturm Sandy, zynisch formuliert, ein echtes Geschenk. Immer noch liegen er und Romney in Umfragen Kopf an Kopf, immer noch ist unklar, wie die Bewohner der entscheidenden Swing States abstimmen.

Obama ist sicher nicht glücklich, dass ein Sturm gerade die Ostküste seines Landes zerpflückt. Aber da der Sturm nun mal da ist, nutzt er die Gelegenheit und leidet symbolisch mit. Daran ist erst einmal nichts Verwerfliches, und der Präsident wird sich hoffentlich davor hüten, als Retter allzu dick aufzutragen.

In dieser Situation wäre fehlendes Fingerspitzengfühl tödlich. Ein Lachen im falschen Moment, eine flapsige Bemerkung - unvergessen, wie der italienische Ex-Regierungschef Berlusconi obdachlosen Italienern erklärte, sie sollten das Erdbeben von L'Aquila doch nehmen wie einen Campingurlaub. Sicher: Obama und Berlusconi haben in etwa so viele Gemeinsamkeiten wie Beethoven und Bushido. Vorsichtig muss Obama aber trotzdem sein.

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