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Sandy - Wirbelsturm trifft New York
Naturkatastrophe in den USA: Wirbelsturm Sandy zieht über die Ostküste.

30. Oktober 2012

Wirbelsturm "Sandy": "Sandy" bringt Chaos und Verwüstung

Eine Familie steht vor den niedergebrannten Resten ihres Hauses. Foto: Reuters

Nach und nach wird das Ausmaß der Zerstörung durch Wirbelsturm "Sandy" deutlich. Mindestens 16 Tote, Millionen Menschen ohne Strom, hunderte Häuser zerstört. Experten rechnen mit Schäden von bis zu 20 Milliarden Dollar.

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Monstersturm „Sandy“ hat auf seinem zerstörerischen Weg ins Landesinnere der USA mindestens 16 Menschen das Leben gekostet und Schätzungen zufolge Schäden in Milliardenhöhe angerichtet. Starkregen und Sturmfluten schnitten mehr als sechs Millionen Menschen in der Region von der Stromversorgung ab. Aus mehreren Atomkraftwerken wurde von Problemen durch den Sturm berichtet. Für Montag und Dienstag strichen die Fluggesellschaften nach Angaben des Internetdienstes FlightAware mehr als 15.000 Flüge. Auch der Präsidentschaftswahlkampf wurde unterbrochen.

4,50 Meter hohe Flutwellen

Die meisten der Opfer seien durch umstürzende Bäume getötet worden, hieß es in US-Medien und seitens der Behörden. Vor der Küste von North Carolina sank im Sturm das Segelschiff „HMS Bounty“. Der Dreimaster war 1962 für den Spielfilm „Die Meuterei auf der Bounty“ gebaut worden. In der Karibik hatte „Sandy“ vergangene Woche bereits 67 Menschen in den Tod gerissen.

Im Süden von Manhattan standen die Straßen unter Wasser. Tunnel liefen voll, darunter sieben U-Bahn-Tunnel. „Lower Manhattan ist völlig mit Meerwasser bedeckt“, twitterte Howard Glaser, der Verantwortliche für die Rettungsmaßnahmen im Bundesstaat New York. Bereits seit Montagabend sank der Pegel, der zwischenzeitlich eine Höhe von 4,50 Meter erreicht hatte, wieder, wie New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg mitteilte.

Städte im Dunkeln

Die Überschwemmungen führten im Norden von New Jersey zu einem Dammbruch am Fluss Hackensack, wie die Polizei mitteilte. Rettungskräfte von Polizei und Nationalgarde brachten Anwohner durch die Fenster ihrer Häuser in Sicherheit. Einige hatten Zuflucht auf den Dächern ihrer Autos gesucht.

Einer der Gründe für die Stromausfälle in New York war die Explosion eines Umspannwerks im Osten von Manhattan. Nach Angaben des Betreibers Con Edison waren danach 230.000 Menschen ohne Strom. Laut Firmenchef John Miksad könnte es bis zu einer Woche dauern, bis die Stromversorgung wieder vollständig hergestellt ist. Wegen des Stromausfalls musste die New Yorker Universitätsklinik ihre Patienten umquartieren. Im Stadtteil Queens kämpfte die Feuerwehr am Dienstag gegen einen Großbrand, durch den mehr als 50 Häuser komplett zerstört wurden.

Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main wurden am Dienstag nach Angaben einer Sprecherin des Airport-Betreibers Fraport zwölf Flüge aus den USA und neun Flüge in die USA gestrichen. Betroffen waren Verbindungen nach New York, Boston und Philadelphia. Am Montag waren zwölf Flüge annulliert worden. Für Mittwoch konnte die Sprecherin zunächst keine Angaben machen.

Schneesturm erwartet

Am Dienstag zog „Sandy“ in abgeschwächter Form mit Windgeschwindigkeiten von 105 Stundenkilometern weiter ins Landesinnere. Das NHC warnte weiter vor schweren Stürmen, Überschwemmungen und kündigte starken Schneefall für West Virginia an. US-Präsident Barack Obama rief den Notstand in den Bundesstaaten New York und New Jersey aus, wodurch Betroffene Hilfsgelder aus dem Bundesetat anfordern können.

"Sandy" hat laut einer ersten Expertenschätzung an der US-Ostküste Schäden von bis zu 20 Milliarden US-Dollar angerichtet. Die Versicherungsbranche dürfte davon fünf bis zehn Milliarden Dollar zu tragen haben, teilte der auf Risikoanalysen spezialisierte Versicherungsdienstleister Eqecat mit. Den volkswirtschaftlichen Schaden schätzen die Experten auf zehn bis 20 Milliarden Dollar.

Wahlkampf unterbrochen

Eine Woche vor der Präsidentschaftswahl brachte „Sandy“ auch den Wahlkampf nahezu zum Erliegen. Präsident Barack Obama sagte nach Montag auch am Dienstag alle Auftritte ab und blieb im Weißen Haus, um das Krisenmanagement zu koordinieren. Sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney wollte zumindest einen Termin im umkämpften US-Staat Ohio wahrnehmen.

Somit könnte „Sandy“ womöglich über die Wiederwahl von Barack Obama entscheiden. Als Amtsinhaber hat er nun den deutlichen Vorteil, sich als oberster Krisenmanager in Szene setzen zu können, doch auch jedes Scheitern bei der Hilfe für die Betroffenen würde auf ihn zurückfallen. Für Obama ist der Wechsel von der Wahlkampfbühne zum Krisenmanager ein politisch wertvoller Tausch. Vor allem mit Blick auf seinen Vorgänger George W. Bush und dessen von vielen Amerikanern scharf kritisiertes Auftreten nach der Verwüstung von New Orleans durch Hurrikan „Katrina“ im Jahr 2005.(afp/rtr/dpa)

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