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Schlappekicker: Den Weg in die Zukunft gemeinsam meistern

Die Schlappekicker-Aktion der Frankfurter Rundschau unterstützt vorbildliche Arbeit der Nieder-Erlenbacher Förderschule am Reinhardshof

Die Vereinsvorsitzende Katja Sturm überreicht den Scheck. Foto: Andreas Arnold

Das Team sei der Star, sagen Fußballtrainer gerne, und in der Regel haben sie recht damit. Noch viel mehr als für Sportler gilt diese Weisheit aber für die Schüler und Lehrer der Schule am Reinhardshof im Frankfurter Stadtteil Nieder-Erlenbach. Tatsächlich reicht ein Blick auf eine Wand im Erdgeschoss, um zu erkennen, dass Kooperation und Teamgeist hier groß geschrieben werden.

In schwarzer Schrift prangt dort das Motto, das hier genauso gilt wie für die Fußballfans, die das von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein komponierte Lied in den Stadien weltweit zur Unterstützung ihrer Klubs zum Besten geben: „You’ll Never Walk Alone“, keiner muss seinen Weg alleine gehen.

"Nur gemeinsam sind wir stark"

Allein gelassen wird an der staatlich anerkannten Förderschule für Erziehungshilfe, die auch eine Schule für Kranke ist, in der Tat niemand von den augenblicklich 22 Kindern und Jugendlichen − drei Mädchen und 19 Jungen −, die aus unterschiedlichsten Gründen zurzeit keine reguläre Grund- oder Hauptschule besuchen können.

„Zusammenarbeit ist enorm wichtig. Nur gemeinsam sind wir stark, das wissen auch die Schüler“, sagt Lehrerin Sabrina Pagés, die die mittleren Jahrgänge (siebte und achte Klasse) auf den Haupt- oder Realschulabschluss vorbereitet. „Die Lehrer kennen die Schüler alle sehr gut, das sind richtige Klassenteams.“

Schlappekicker

Seit nunmehr 60 Jahren unterstützt die Schlappekicker-Aktion der Frankfurter Rundschau Sportler und Sportlerinnen, die unverschuldet in Not geraten sind.

Zudem zeichnet sie mittlerweile jedes Jahr Vereine für vorbildliche Integrationsarbeit aus, fördert besondere Projekte und verleiht den mit 5000 Euro dotierten Schlappekicker-Preis für soziales Engagement im Sport.

Mit einer Spende auf folgendes Konto können Sie die Aktion unterstützen:

Postbank Frankfurt, BLZ 500 100 60, Konto 7013-606.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer Online-Überweisung unter www.fr-online.de/schlappekicker.

Das ist umso wichtiger, als die Kinder und Jugendlichen, die an die Förderschule kommen, aufgrund ihrer sozialen und emotionalen Beeinträchtigungen besonders intensiv und individuell gefördert werden müssen. „Ziel ist immer, sie in die Gruppe zu integrieren“, so Pagés. Gerade zu Beginn sei das nicht immer ganz leicht, da die meisten Schüler zunächst einmal „wenig gruppenfähig“ seien: „Sie stehen sich erst mal selbst im Weg.“

Erziehungshilfe ist gefragt

Mit entsprechendem Kommunikations- und Sozialtraining gelingt es den vier Lehrern, sieben Sozialpädagogen und zwei Referendaren aber immer wieder, die Schüler auf ihrem Weg zu stärken. „Sie haben zum Beispiel nicht immer einen regelmäßigen Tagesablauf gehabt. Bei uns bekommen sie ein klares Regelwerk an die Hand“, sagt Schulleiterin Ruth Steinheimer, die zudem betont, dass diese Regeln nie auf Bestrafung hinausliefen, sondern stets auf Förderung.

„Das ist die Basis für ihre Weiterentwicklung“, ergänzt Pagés. „Konflikte können abgebaut werden, die Schüler bekommen Schutz und Halt.“
Die Arbeit der Förderschule ist auch deshalb so wichtig, weil, so Steinheimer, die Kinder und Jugendlichen „keinen anderen Platz mehr haben“. Als Teil der 1889 gegründeten evangelischen Jugendhilfeeinrichtung Kinderheimat Reinhardshof ist die Schule ein Anlaufpunkt für Eltern und Schüler, die im Regelschulsystem nicht zurechtgekommen sind. Erziehungshilfe ist also gefragt, und die geht weit über den reinen Unterricht hinaus.

Tischtennis bringt den Erfolg

So verbringen die Schüler den Nachmittag bis 17 Uhr in einer der beiden Tagesgruppen, wo sie ein Mittagessen bekommen, ihre Hausaufgaben erledigen und auch an weiterführenden Maßnahmen teilnehmen. Theorie ist schließlich nur die eine Seite der Medaille, die Praxis ist die andere.

So verfügt die Schule über eine eigene Küche, einen Garten, einen kleinen Bolzplatz und eine Tischtennisplatte. Für eine eigene Fußballmannschaft ist die Schule zu klein, der sportliche Schwerpunkt liegt deshalb an der Platte – mit Erfolg. Immerhin haben sich die Schüler schon öfter bei den Stadtmeisterschaften der Frankfurter Schulen in die Siegerlisten eingetragen. Besonders bemerkenswert, so Pagés, seien dabei die Erfolge im Doppel, denn dort „muss man sich auf seinen Partner verlassen können“.

Zusammenarbeit ist eben auch in diesem Fall das A und O für den Erfolg.

Der nächste Schritt

Eine ideale Gelegenheit, die Einheit zu fördern, stellen die erlebnispädagogischen Lernwochen dar. So kletterten die Schüler bereits im Hochseilgarten oder absolvierten gemeinsam eine Nachtwanderung. Doch allmählich werden die Touren größer. So segelte die Klasse von Sabrina Pagés eine ganze Woche lang auf einem der für diese Landschaft so typischen Plattbodenschiffe quer über das Ijsselmeer in den Niederlanden. „Das war der nächste Schritt“, so Pagés. „Wenn nicht alle zusammenarbeiten, dann fahren wir eben nicht. Das war allen klar.“

Diese erlebnisorientierten Angebote, die für die Förderung der Schüler überaus wichtig sind, kosten freilich viel Geld. Geld, das die Schule nur über Spenden aufbringen kann. Deshalb hat sich der Vorstand der Schlappekicker-Aktion der Frankfurter Rundschau entschlossen, die vorbildliche Arbeit der Schule am Reinhardshof mit einer Summe von 893 Euro zu unterstützen, womit gewährleistet war, dass eine Klasse auf eine Abenteuertour an den Schweriner See fahren konnte.

Für die Kinder und Jugendlichen ist dies ein weiterer wichtiger Schritt auf ihrem Weg in eine hoffentlich erfolgreiche Zukunft.

Autor:  Christian Stör
Datum:  23 | 12 | 2011
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