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Schlappekicker: Integration wird groß geschrieben

Der TSV Bonames und die TSG Nordwest bieten Sport, bei dem anderes als der Leistungsgedanke im Vordergrund steht.

Mit Titeln und Medaillen haben die Verantwortlichen des TSV 1875 Bonames weniger am Hut als Kollegen der meisten anderen Sportvereine. "Wir sind kein Leistungssportverein, sondern gehen klar in die soziale Richtung", sagt Vorstandsmitglied Doris Kuch. Dass dieser Kurs ankommt, zeigen nicht zuletzt die 2200 Mitglieder aus dem Frankfurter Norden. Sozial engagiert, das bedeutet beim TSV Bonames in erster Linie: Integration.

Egal, ob es um Neubürger, Ausländer, sozial gefährdete Jugendliche oder Menschen mit einem körperlichen oder geistigen Handicap geht: Der TSV Bonames hat die Integration so genannter sozialer Randgruppen zum Leitmotiv erkoren. Beim selbsternannten "Sportdienstleister" wird an Angeboten gewerkelt, "die Persönlichkeit stärken und Sozialkompetenz vermitteln". Dass das gemeinsam mit anderen oft besser geht, ist für die Bonameser klar: Mit der August-Jaspert-Grundschule werden eine Tanz-AG und Ballspiele angeboten. Die zehn Meter hohe Kletterwand des Vereins in der Ostwand der Turnhalle am Harheimer Weg, nutzen auch die sehgeschädigten Schüler der Hermann-Herzog-Schule. Mit dem Jugendhaus wurde Basketball und Jazztanz für Mädchen verwirklicht.

"Auf die zahlreichen Kooperationen sind wir besonders stolz", sagt Doris Kuch. Das gilt ebenso für die psychomotorische Bewegungsstunde für wahrnehmungsgestörte Kinder, für die das übliche Turnangebot in Verein oder Schule nicht passt. Berührungsängste und Vorurteile abbauen, das gelingt dem Verein seit 1995 auch mit seiner Integrationssportstunde. Hier kommen Aktive von Behindertenwohnheimen der Praunheimer Werkstätten und in Fechenheim sowie andere behinderte und nichtbehinderte Erwachsene zusammen. Angeboten werden Bewegungserfahrungen, Entspannungsübungen oder Spiele. Außen vor bleiben Konkurrenz, Leistungsdenken und Kampf.

Für sein Engagement wurde der TSV Anfang November mit einem von fünf 2000-Euro-Schecks der Schlappekicker-Aktion der Frankfurter Rundschau belohnt. Damit sollen jetzt Übungsleiter und Geräte für eine weitere Integrationssportstunde für Kinder mit und ohne Behinderung finanziert werden. Etliche Kinder wurden schon angemeldet, es sind aber genauso wie bei der psychomotorischen Bewegungsstunde noch Plätze frei.

In punkto Integrationssport arbeitet die TSG Nordwest 1898 ähnlich. Auch sie wurde vom Schlappekicker ausgezeichnet. Bei dem Großverein gibt es seit mehr als zehn Jahren eine Integrationssport-Abteilung. Angeboten werden Spiel, Sport und Bewegung in zwei Gruppen: Für Sechs- bis Elfjährige und für Jugendliche ab zwölf Jahren. Mittwochnachmittags wird eineinhalb Stunden geturnt, mit Bällen gespielt oder geklettert. Auch hierfür wird weiter integrativer Nachwuchs gesucht.

Infos, TSV Bonames, Telefon: 069-502157

TSG Nordwest, Telefon: 069-581023

Autor:  OLIVER KAUER-BERK
Datum:  19 | 11 | 2008
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