Die Special Olympics wachsen. Da die Teilnehmerzahlen an den Wettkämpfen der weltweiten Sportbewegung für geistig und mehrfach behinderte Menschen stetig steigen, "müssen langfristig Vorentscheidungen auf Landesebene fallen", erklärt Michael Stenzel, wieso es seit März 2006 einen Verband namens "Special Olympics in Hessen" gibt. Stenzel, 34, ist der Vorsitzende.
Ein weiterer Grund für die regionale Entfaltung ist das Fehlen von Vereinsstrukturen für den Sport von Menschen mit einem geistigen Handicap. Unter den 200 Mitgliedern von "Special Olympics in Hessen" finden sich zuvorderst Einrichtungen wie Werkstätten, Wohnanlagen oder Schulen. 1968 in den USA gegründet, sind die Special Olympics heute weltweit zu Hause. Deutschland folgte 1991 der Idee der Kennedy-Familie mit einem nationalen Dachverband. Noch einmal 15 Jahre später wurde die hessische Landesvertretung gegründet. Nach olympischem Vorbild finden alle zwei Jahre für Kinder, Jugendliche und Erwachsene Special Olympics National und World Games mit 22 Sportarten statt.
Überweisungen werden erbeten auf das Konto 7013-606 bei der Postbank Frankfurt (BLZ 500 100 60), Schlappekicker-Aktion der Frankfurter Rundschau
oder
Aufnahme in den lsb h
Im Sommer wurde "Special Olympics in Hessen" in den Landessportbund (lsb h) aufgenommen. "Der Sport von Menschen mit einer geistigen Behinderung wird dadurch anerkannt", sagt Stenzel. Eine Kooperationsvereinbarung mit dem Hessischen Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband soll die jeweiligen Veranstaltungskalender aufeinander abstimmen und Synergien im Ausbildungswesen schaffen. Beim Sportkreis in Frankfurt-Fechenheim wurde eine Geschäftsstelle auf Minijob-Basis eingerichtet, einen Internetauftritt gibt es nun auch. "Jetzt gilt es, Netzwerke aufzubauen", sagt Stenzel.
Zwar engagieren sich nicht wenige Menschen, Vereine und andere Institutionen für den Sport geistig Behinderter - doch voneinander wissen sie meist nicht. "Die integrative Szene ist nicht vernetzt", stellt der Hofheimer fest und sieht einen weiteren Ansatzpunkt für die Verbandsarbeit, die Menschen mit geistiger Behinderung auch helfen will, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.
2000 Euro vom Schlappekicker
Bei diesem Vorhaben hilft die Schlappekicker-Aktion der Frankfurter Rundschau. Dank eines 2000-Euro-Schecks soll das Healthy-Athletes-Programm von Special Olympics auch zwischen Kassel und Darmstadt zum Einsatz kommen. Hierbei werden Sportfeste genutzt, um zugleich zahnärztliche Untersuchungen, Hörtests oder orthopädische Analysen durchzuführen. Dinge, die oft aus verschiedensten Gründen unterbleiben.
Unter dem Dach von "Special Olympics in Hessen" gibt es bisher ein Spielfest in Waldeck, ein Leichtathletiksportfest in Mühlheim, ein Schwimmfest in Eschwege, ein Handballturnier in Marburg - und das Fußballturnier bei den engagierten Hessenligakickern von Rot-Weiss Frankfurt. Als Zeichen der Kooperation tragen sie das Special-Olympics-Logo auf ihren Trikots. Dem Klub hat Eintracht-Legende Istvan Sztani den Integrationsgedanken eingeimpft: Er trainiert wöchentlich die Mannschaft der Praunheimer und Oberräder Werkstätten. Ein Beispiel, wie Gemeinsamkeit im Verein angegangen werden kann.