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Schlappekicker-Aktion: Sport für alle macht sich bezahlt

Die "Frankfurter Rundschau" zeichnet auch 2007 wieder fünf Vereine mit je 2000 Euro für ihre integrative Arbeit aus. Seit 1997 gab es 55 Preisträger.

Schlappekickeraktion im Mehrzweckzentrum Kalbach während der Integrativen Sportveranstaltung - Gruppenbild mit Schecks (vlnr): VZF Taunus e.V.,Tandemclub Offenbach, Reha Werkstatt Oberrad, vorne CeBee, TV Kahl am Main
Schlappekickeraktion im Mehrzweckzentrum Kalbach während der Integrativen Sportveranstaltung - Gruppenbild mit Schecks (vlnr): VZF Taunus e.V.,Tandemclub Offenbach, Reha Werkstatt Oberrad, vorne CeBee, TV Kahl am Main
Foto: FR/Müller

Rund 60 000 Menschen mit einer Behinderung leben in Frankfurt. "Unser Anliegen muss es sein", sagte Daniela Birkenfeld, Frankfurter Stadträtin für Soziales und Sport, am Sonntag beim Integrativen Spiel- und Sportfest der Stadt, "dass jeder davon selbstbestimmt leben kann. Dazu gehört auch die sportliche Betätigung." Genau deswegen unterstützt die Schlappekicker-Aktion der Frankfurter Rundschau Vereine der Region, die sich dem gemeinsamen Sporttreiben von Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen widmen.

Dazu zählt zum Beispiel der TV Kahl, der am nahen bayerischen Ufer des Mains seit 1980 eine "Familien-Sportgruppe" beheimatet, die heterogener nicht sein könnte. Die Gruppe ist eine von fünf Preisträgern, die beim Spiel- und Sportfest im Kalbacher Sport- und Freizeitzentrum von FR-Sportressortleiter Arnd Festerling mit einem 2000-Euro-Scheck belohnt wurden. Vor 27 Jahren, berichtet Gruppenleiterin Traudl Bergmann, "hatten junge Menschen mit einer Behinderung kaum eine Chance, Mitglied in einem regulären Sportverein zu werden." Das war Grund für die Sozialpädagogin, selbst aktiv zu werden. Heute sind die Teilnehmer zwischen fünf und 37 Jahre alt sind und haben ganz unterschiedliche Voraussetzungen: "Für manche ist es schon eine Leistung, eine Stunde auf den Beinen zu sein. Für andere, ein Wort zu sagen." Trotzdem funktioniert das gemeinsame Spielen und Schwimmen. "Grundprinzip ist, jeden Einzelnen mit seinen Fähigkeiten zu sehen", sagt Bergmann. Da kommt dann halt beim Hockeyspiel ein zweiter Ball dazu, damit alle etwas davon haben. Wichtig sei auch, dass "alle sich gegenseitig helfen". Klar, dass da die ganze "Familie" gekommen war, um den Schlappekickerscheck in Empfang zu nehmen. Damit sollen Kleingeräte anschafft und ein weiterer Ausflug finanziert werden.

Futter für die fünf hungrigen Pferde benötigt der Verein zur Förderung und Integration Behinderter Taunus, kurz VzF. Da kommt die Schlappekickerhilfe gerade recht. Auf den Vierbeinern wird in Oberursel therapeutisches Reiten und Hippotherapie für behinderte Kinder ab drei Jahren angeboten.

Ein neues Gefährt hat der Tandemclub Offenbach im Sinn. Von den 40 Mitgliedern ist die eine Hälfte sehend, also Pilot, die andere nicht sehend. Für gemeinsame Ausflugsfahrten stellt der Verein die nötigen Tandems. Der Schlappekickerscheck reicht fast, um ein weiteres anzuschaffen.

Schlappekicker fördern Sportvereine

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Die Reha-Werkstatt Oberrad, die sich um die berufliche und soziale Integration seelisch behinderter Menschen kümmert, will mit den 2000 Euro weiter an Fußball-Turnieren teilnehmen und denkt an einen neuen Trikotsatz.

Ebenfalls neu einkleiden wollen sich die Nachwuchskicker vom CeBeeF, dem Club Behinderter und ihrer Freunde in Frankfurt und Umgebung. In der integrativen Fußballgruppe in Eschborn treten seit September Kinder mit Down-Syndrom, Autismus oder Entwicklungsstörungen gemeinsam mit Kindern ohne Handicap gegen den Ball. Grund genug für den Schlappekicker, auch dieses noch junge Pflänzchen zu gießen.

Autor:  OLIVER KAUER-BERK
Datum:  5 | 11 | 2007
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