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Abwicklungsanstalt: Riesige Bad Bank für HRE-Schrott

Die krisengeschüttelte Hypo Real Estate beantragt eine riesige "Bad Bank". Auf die Abwicklungsanstalt kommen unsichere Papiere von bis zu 210 Milliarden Euro zu. Von Thomas Magenheim

Eingang einer Niederlassung der Hypo Real Estate (HRE) in Berlin.
Eingang einer Niederlassung der Hypo Real Estate (HRE) in Berlin.
Foto: Foto: dpa

München. Und wieder kommt es schlimmer als befürchtet. Die Münchner Skandalbank Hypo Real Estate (HRE) setzt mit der beabsichtigten Gründung einer Bad Bank (schlechten Bank) gigantischen Ausmaßes zum ultimativen Befreiungsschlag an.

Ganze Geschäftsfelder und giftige Wertpapiere im Umfang von bis zu 210 Milliarden Euro will das verstaatlichte Institut in einer sogenannten Abwicklungsanstalt auslagern. Einen entsprechenden Antrag hat HRE-Chef Axel Wieandt jetzt bei den zuständigen Behörden in Deutschland gestellt.

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Es ist der zweite Antrag eines deutschen Bankhauses dieser Art. Die auch marode WestLB will aber "nur" 85 Milliarden Euro auf einer solchen Banken-Müllhalde entsorgen. Zum Vergleich: Die Geschäfte, die die HRE nicht mehr haben will, um selbst möglicherweise noch eine Zukunft zu haben, entsprechen im Volumen etwa den vom Bund 2010 erwarteten Steuereinnahmen.

Die HRE würde in der Folge um weit mehr als die Hälfte schrumpfen. Nur Geschäfte, vor allem mit Pfandbriefen, im Umfang von 130 Milliarden Euro sollen am Ende übrig bleiben. Vor Jahresfrist waren die Münchner, die sich in ihrem bleibenden Kerngeschäft in Deutsche Pfandbriefbank umbenannt haben, noch dreimal so groß. Mit einer Bilanzsumme von gut 400 Milliarden Euro hatte der Münchner Immobilienfinanzierer einmal die Dimension der im Strudel der Finanzkrise versunkenen US-Bank Lehman Brothers.

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Die jetzt zum Abstoßen bestimmten HRE-Anteile sollen "wertschonend" abgebaut, also die dabei entstehenden Verluste minimiert oder im günstigsten Fall sogar Gewinne erzielt werden. Die Bad Bank, die dem Bund gehören würde, soll Mitte 2010 ihre Arbeit aufnehmen und den Kapitalbedarf der HRE dann spürbar senken. Dieser Bedarf wurde zuletzt auf noch zusätzlich vier Milliarden Euro beziffert.

Das Institut ist das hierzulande bei weitem größte Sorgenkind der Finanzkrise und musste mehrmals von Bund und Steuerzahler vor dem Untergang bewahrt werden. Der Staat und andere Banken haben für HRE-Geschäfte im Umfang von 95 Milliarden Euro garantiert, um das Institut über Wasser zu halten. Zudem hat der Bund zuletzt rund sechs Milliarden Euro die Skandalbank gepumpt, um alle ihre Anteile zu übernehmen.

Autor:  Thomas Magenheim
Datum:  21 | 1 | 2010
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