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Arcandor, Porsche, Schaeffler: Keine Hilfe - konsequente Entscheidung

Hoffentlich geht es Porsche und Schaeffler so wie Arcandor: Es gibt kein Steuergeld. Wenn die Krise ihr Gutes haben soll, dürfen die Hasardeure nicht gerettet werden. Von Robert von Heusinger

Robert von Heusinger leitet die Wirtschaftsredaktion der Frankfurter Rundschau.
Robert von Heusinger leitet die Wirtschaftsredaktion der Frankfurter Rundschau.
Foto: FR

Arcandor hat sich beim Deutschlandfonds eine Abfuhr geholt. Porsche und Schaeffler müssen weiter zittern. Hoffentlich geht es auch diesen Firmen und ihren Eigentümern am Ende so wie Arcandor. Es gibt kein Steuergeld aus dem Deutschlandfonds, lautet die einzige konsequente Entscheidung. Warum?

Weil der Deutschlandfonds nur für solche Firmen geschaffen worden ist, die erst durch die Finanz- und Wirtschaftskrise in Schwierigkeiten gekommen sind. Das gilt für keinen der drei großen Fälle. Denn alle drei haben sich verzockt, haben im höchsten Maße unsolide gewirtschaftet.

Sie alle haben eher den Finanzkapitalisten gegeben, denn den Unternehmer in der Realwirtschaft, der mit guten Produkten und Service zu wachsen gedenkt.

Zwei (Porsche und Schaeffler) haben sich wie Heuschrecken geriert und mit viel zu viel Schulden versucht, den deutlich größeren Konkurrenten zu schlucken. Und bei Arcandor hat das alte Management vor allem mit Finanztransaktionen dem schleichenden Niedergang zu entkommen versucht, anstatt ein raffiniertes Kaufhauskonzept zu entwerfen.

Arcandor: Beschäftigte gehen auf die Straße

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Diese Zockereien sind schief gegangen. Wenn die Krise auch ihr Gutes haben soll, dann dürfen die Hasardeure nicht gerettet werden. Nur so wird es gelingen, den Finanzkapitalismus sowie den Einfluss der Investmentbanken zurückzudrängen und die nächste Generation von Eigentümern und Managern wieder vorsichtiger agieren zu lassen.

Mit welchem Argument kann man es rechtfertigen, Industriellen- und Bankiersfamilien Steuergeld hinterher zu werfen, um ihren Reichtum zu retten? Alle drei Firmen haben Eigentümer, die noch Vermögen besitzen, das sie zur Rettung beisteuern könnten.

Tun sie es nicht, müssen sie erst ihre Eigentumsrechte, oder Teile davon, verlieren - etwa durch die Insolvenz oder Verstaatlichung. Erst dann dürfen eine erhaltenswerte Firma, ihr Wissen und ihre Mitarbeiter ein Fall für den Steuerzahler werden.

Nur wenn diese Reihenfolge eingehalten wird, entkommt der Staat der Erpressung durch dreiste Kapitaleigner.

Das sollten auch SPD-Politiker und Gewerkschaften einsehen, die allzu leichtfertig mit dem Totschlagargument Arbeitsplätze Steuergeld aufs Spiel setzen.

Autor:  ROBERT VON HEUSINGER
Datum:  8 | 6 | 2009
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